Petra Schürmann neben Tochter Alexandra beerdigt

Aufkirchen - Nun ist sie “Püppchen“ wieder ganz nah. An der Seite ihrer 2001 tödlich verunglückten Tochter Alexandra ist Petra Schürmann in einer bewegenden Trauerfeier auf dem kleinen Friedhof von Aufkirchen am Starnberger See beerdigt worden.

„Ein an Leib und Seele schöner Mensch ist von uns gegangen. Wir bestatten ihn an einem schönen Platz – in unserer bayerischen Heimat an einem ­sonnigen Wintertag. Liebe ­Petra, wir werden die Erinnerung an Dich in uns lebendig erhalten.“

Mit diesen Schlussworten beendete der frühere Prior von Kloster Andechs, Anselm Bilgri, die bewegende Trauerfeier für Petra Schürmann, die jetzt ihrem geliebten „Püppchen“ wieder ganz nah ist. Die beliebte TV-Moderatorin wurde am Dienstag auf dem kleinen Friedhof von Aufkirchen am Starnberger See neben ihrer 2001 tödlich verunglückten Tochter Alexandra und ihrem 2008 gestorbenen Mann Gerhard Freund im Familiengrab bestattet.

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Zahlreiche Freunde, Weggefährten und Kollegen vom Bayerischen Rundfunk waren gekommen, um von Petra Schürmann Abschied zu nehmen. Bereits eine Stunde vor der Trauerfeier nahm ihre Freundin Eva Herman in der ersten Reihe Platz; mit einem schwarzen Tuch verhüllte die ehemalige Tagesschau-Sprecherin ihr blondes Haar. Herman wirkte sehr mitgenommen, wie auch Schürmanns beste Freundin Ursula Prinzessin von Bayern. Sie verfolgte mit ihrem Mann Leopold Prinz von Bayern und ihren vier Kindern in der Pfarrkirche Aufkirchen – sichtlich berührt – die Predigt von Anselm Bilgri und dem einstigen Pfarrer Konrad Schreiegg. Als der Kirchenchor Meerstern, ich dich grüße anstimmte, brach die Prinzessin in Tränen aus. Ihr jüngerer Sohn Manuel legte seiner Mutter liebevoll die Hand auf die Schulter. Das Marienlied hat Schürmann, die streng katholisch erzogen wurde, seit ihrer Kindheit begleitet. Sie hat es mit Alexandra gesungen, es war das Lieblingslied der Tochter. Vater Gerhard Freund spielte es ihr als kleines Mädchen auf dem Akkordeon oder auf der Mundharmonika vor.  Freunde nehmen Abschied von Petra Schürmann - Fotos

Freunde nehmen Abschied von Petra Schürmann - Fotos

Wie sehr sich Petra Schürmann nach ihrem einzigen Kind sehnte, wurde selbst bei ihrem eigenen Tod noch deutlich. Als die Moderatorin vorigen Donnerstag in den Sarg gebettet wurde, ließ sie sich ein Foto von “Püppchen“ - der Kosename der Tochter - in die Hände legen, im Arm hält sie deren Lieblingsteddy. 34-jährig war Alexandra Freund im Juni 2001 von einem selbstmörderischen Geisterfahrer auf der Autobahn bei Rosenheim in den Tod gerissen worden. Seit diesem Schock litt Petra Schürmann an einer Sprachblockade und zog sich immer mehr zurück. In einem Interview bekannte sie einmal: “Ich habe manchmal so brüllendes Heimweh nach Alexandra, dass es schier unerträglich ist.“

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Schreiegg sagte in seiner Predigt, dass der Tod eines Kindes für Eltern nie begreifbar ist. „Wenn die eigenen Eltern sterben, ist das ein natürlicher Weg des Vorausgehens,. Aber in das Grab des Kindes, der Tochter oder den Sohn zu schauen, das wirft die Menschen aus der Bahn ihres Lebens.“ Der Geistliche: „Petra Schürmann musste bis zu ihrem Todestag mit diesem Schicksal leben, immer konfrontiert mit der Frage ,Warum?‘. Doch kein Papst, kein Freund, kein Pfarrer kann diese Frage beantworten, man kann nur stammelnd denjenigen, den es trifft, begleiten.“

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Schreiegg erinnerte auch daran, welcher Begriff stets mit Petra Schürmann verbunden war: „Schönheit. Sie war eine schöne Frau.“ Aber sie sei, wie ihre Tochter, auch von einer bezaubernden Natürlichkeit gewesen, ohne Star-Allüren, ohne Extravaganzen. Genauso sei Schürmanns Leben mit Schmerz und Trauer verbunden. „Mit dem Tod ihrer Tochter sei unendliches Leid über sie hereingebrochen.“

Den Ablauf ihrer Beerdigung hatte Petra Schürmann zu Lebzeiten genau festgelegt. So las Pfarrer Schreiegg ein Requiem. Die US-Sopranist und Freundin von Petra, Felicia Weathers, sang eindrucksvoll das Ave Maria von Bach-Gounod, Chor und Orchester interpretierten das Hallelujah aus Georg Friedrich Händels Oratorium Der Messias. Erst auf den unter den Gläubigen verteilten Sterbebildchen wurde indessen das Geheimnis um das wahre Alter der deutschen Miss World gelüftet: Petra war zwei Jahre älter als bislang angegeben. Sie wurde 76 und nicht 74 Jahre alt. Aber das störte niemanden. Denn ihre Schönheit kannte kein Alter.

Tina Layes

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