Gericht wartet auf Prinzessin Caroline von Hannover

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Befindet sich momentan auf einer Reise: Prinzessin Caroline von Hannover. Dank ihrer Aussage konnte Ehemann Prinz Ernst August in Berufung gehen.

Hildesheim - Das Landgericht Hildesheim wartet auf das Erscheinen von Prinzessin Caroline von Hannover. Ihre Aussage ist ausschlaggebend für den Berufungsprozess von Ernst August.

Nach der geplatzten Vernehmung von Caroline von Hannover hat das Landgericht Hildesheim die Hoffnung auf eine Aussage der Prinzessin noch nicht aufgegeben. Vor einem möglichen Verzicht auf die Zeugin wolle man die Antwort auf ein weiteres Schreiben an die Prinzessin abwarten, sagte der Kammervorsitzende Andreas Schlüter am Donnerstag in Hildesheim im Prozess gegen Carolines Ehemann Prinz Ernst August. Die Prinzessin hatte ihren seit Wochen für Donnerstag geplanten Auftritt als Zeugin überraschend wegen einer Auslandsreise abgesagt.

Der Verteidiger der Prinzen, Rechtsanwalt Hans-Wolfgang Euler, versicherte, dass es trotz der ersten Nicht-Vernehmung weiterhin zu einer Aussage der Prinzessin kommen werde. “Das Schreiben des Gerichts wird dann beantwortet, wenn Prinzessin Caroline von einer Reise zurückgekehrt ist“, sagte er. Auch die Sicherheitsprobleme im Gericht ließen sich lösen. Der Kammervorsitzende Schlüter stellte zunächst das Nichterscheinen der prominenten Zeugin fest und brachte dann seine Verwunderung über deren Absage zum Ausdruck.

Der Vernehmungstermin sei mit der Verteidigung von Ehemann Ernst August bereits Mitte September erstmals besprochen worden. Den Verteidigern wolle er allerdings keine Schuld am Fernbleiben der Zeugin geben. “Ich habe selbst keinen Einblick in die Kommunikationswege zwischen der Verteidigung, dem Angeklagten und seiner Gattin“, sagte der Richter. Rechtsanwalt Euler versicherte, dass er alle ihm zugegangenen und dem Gericht weitergegebenen Informationen über das Erscheinen der Zeugin für zutreffend gehalten habe. Eine Frage zu dem persönlichen Verhältnis der Eheleute beantwortete der Anwalt mit dem Satz: “Ich bin nicht an Gerüchten interessiert.“

Aussage entscheidend für Wiederaufnahme

 Der Prozess um eine Auseinandersetzung von Ernst August mit einem Hotelier im Jahr 2000 am Strand einer kenianischen Ferieninsel wird sich nun bis ins kommende Jahr hinziehen. Die erneute Verhandlung in Hildesheim hatte der Adlige im Wiederaufnahmeverfahren durchgesetzt. Dabei hatte eine Aussage seiner Frau Caroline im nichtöffentlichen Wiederaufnahmeverfahren maßgeblich dazu beigetragen, dass seinem Antrag stattgegeben wurde. Ernst August wurde wegen der Auseinandersetzung in Kenia vom Landgericht Hannover wegen gefährlicher Körperverletzung zu 445.000 Euro Strafe verurteilt. Er will seinem Opfer aber nur zwei Ohrfeigen versetzt haben. In der Wiederholung des Prozesses vor dem Landgericht Hildesheim strebt er eine Verurteilung wegen einfacher Körperverletzung an.

AP

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