11,34 Prozent: Kreis hat die höchste Überschuldungsquote in Nordhessen

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Werra-Meißner. Die Überschuldung der Verbraucher des Werra-Meißner-Kreises ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen. Demnach liegt die Schuldnerquote im Kreis bei 11,34 Prozent.

Das geht aus dem Schuldneratlas hervor, den der Kasseler Wirtschaftsinformationsdienst Creditreform für das abgelaufene Jahr herausgegeben hat. Die Quote im Kreis übersteigt damit den hessenweiten Durchschnitt deutlich (10,0%). Der Werra-Meißner-Kreis nimmt dabei das Schlusslicht in Nordhessen ein.

Die Schuldnerquote ist die Größe, die man erhält, wenn man die Anzahl der Schuldner in Relation zur Anzahl der Einwohner setzt. Dabei wird nur von den Einwohner ausgegangen, die die Volljährigkeit erreicht haben. Insgesamt sind 9684 Erwachsene im Kreis verschuldet. Das sind 119 Menschen mehr als 2014 und entspricht einer Erhöhung um 0,17 Prozent. In allen nordhessischen Landkreisen ist die Zahl derer, die als überschuldet gelten, gestiegen. Zum Vergleich: Im Landkreis Kassel liegt die Schuldnerquote bei 9,19 Prozent, in Hersfeld-Rotenburg bei 9,36 Prozent, im Schwalm-Eder-Kreis bei 9,81 Prozent und in Waldeck-Frankenberg bei 9,97 Prozent.

„Grund für die Verschuldung ist nicht mehr die Arbeitslosigkeit in erster Linie“, sagt Sebastian Schlegel, Geschäftsführer von Creditreform. Zwar sei der fehlende Job noch der meistgenannte Grund, habe aber seit 2008 einen deutlichen Rückgang verzeichnet. Spürbar zugenommen habe als Ursache eine „unwirtschaftliche Haushaltsführung“ und „Krankheit“.

„Auffällig ist, dass die Klienten immer jünger werden“, sagt die Volljuristin Maria Zaschke, die für die Arbeiterwohlfahrt (Awo) im Kreis als Schuldnerberaterin arbeitet. Zusammen mit Kollegin Elke Ackermann berät sie in Eschwege und Witzenhausen Schuldner aus dem gesamten Kreisgebiet. Sorgen bereiten Schlegel auch starke Zuwachsraten unter den Schuldnern im Alter.

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