Kreisstadt vor Zertifizierung

Eschwege will erste hessische Familienstadt werden

Eschwege. Als erste Kommune in Hessen will die Kreisstadt Eschwege als familiengerecht zertifiziert werden. Nach einem Jahr intensiver Arbeit sind die Voraussetzungen nach Angaben von Erstem Stadtrat und Sozialdezernent Reiner Brill geschaffen.

 15 Ziele und 29 Vorhaben wurden von Experten und Betroffenen formuliert. Sie sollen in den kommenden drei Jahren umgesetzt werden, nachdem die politischen Gremien der Kreisstadt zugestimmt haben. „Parallel dazu sind wir aber auch schon konkrete Projekte angegangen“, sagt Stadtrat Brill. Die Familienkarte Plus wird bereits angeboten, der Antrag zur Einrichtung eines Familienbüros ist beim Sozialministerium gestellt. Anfang März wird der Zertifizierungsantrag vorgelegt. Ellen Ehring vom Verein Familiengerechte Kommune begleitet den Prozess. „Eschwege hat als Familienstadt eine klare Strategie und eine umfangreiche Angebotsstruktur für Familien“, sagt sie. Als es darum ging, Entwicklungsziele zu formulieren, war die Beteiligung der betroffenen Bevölkerungsgruppen groß. Schule, Jugend-, Familien- und Altenhilfe sowie Politik und Verwaltung waren in den Prozess involviert. Und dennoch: Gerade die Beteiligung der Betroffenen soll stärker werden. „Entwicklungsbedarf sehen wir vor allem noch bei der Beteiligung von Familien an Planungen“, sagt etwa Jörn Engler vom Fachdienst Familie und Soziales. Und ein weiteres Thema hat Engler ebenfalls ausgemacht: Es fehlt an familiengerechtem Wohnraum. Die etwa 100 Wohnungen in städtischem Eigentum spielen eine wichtige Rolle in den Überlegungen. Darüber hinaus will die Kreisstadt Eschwege als Arbeitgeber in eine Vorbildfunktion rücken. „Mit den Beschäftigten im Rathaus wurden Wege entwickelt, die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Pflege sicherzustellen“, berichtet Brill.

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