Reit- und Fahrvereine haben am Freitag zur Großdemo gegen Pferdesteuer aufgerufen

7000 Pferdehalter erwartet

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Mitglieder des Reit- und Fahrvereins Bad Sooden-Allendorf hatten über Wochen immer wieder zu Protestaktionen gegen die Pferdesteuer aufgerufen. Erfolglos. Am 3. Dezember beschlossen die Stadtväter die Steuer.

Eschwege/ Bad Sooden - Allendorf. Die geplante Einführung der Pferdesteuer in Bad Sooden-Allendorf, die möglicherweise nun auch dazu führt, dass erste Pferdebesitzer ihre Tiere im Tierheim abgeben, hat bundesweit einen Proteststurm bei Pferdehaltern ausgelöst.

Für kommenden Freitag werden in Bad Sooden-Allendorf zirka 7000 Pferdehalter aus ganz Deutschland erwartet, die unmittelbar vor der Sitzung des Stadtparlamentes auf dem Platz vor dem Rathaus zu einer Demonstration gegen die Pferdesteuer aufgerufen haben. „Wir rechnen mit tausenden Menschen aus ganz Deutschland“, bestätigte der 2. Vorsitzende des Reit- und Fahrvereins Bad Sooden-Allendorf. „Viele haben sogar angekündigt, mit Bussen anzureisen.“ Organisatoren und Stadt haben sich darauf verständigt, dass an der Demo aus Sicherheitsgründen keine Pferde teilnehmen dürfen.

Die deutsche Pferdegemeinde hatte in den vergangenen Wochen vor allem über das soziale Netzwerk Facebook mobil gemacht. Das hatte unter anderem dazu geführt, dass Bürgermeister Frank Hix (CDU) eine Flut von Briefpost und E-Mails erhalten hatte. Allerdings nicht nur von Pferdehaltern, sondern auch von anderen Städten und Gemeinden, die selbst erwägen, die Steuer einzuführen. Einige Städte haben ähnlich wie BSA inzwischen Nägel mit Köpfen gemacht wie beispielsweise Remscheid, die ab 2013 750 Euro pro Pferd und Jahr von den Haltern fordert. Im Werra-Meißner-Kreis wollen bisher Hessisch Lichtenau und Wanfried dem Beispiel von BSA folgen.

Auf der Sitzung des Stadtparlaments soll jetzt die Satzung zu der umstrittenen Steuer verabschiedet werden. Für das „Halten und entgeltliche Nutzen“ von Pferden will die Stadt künftig 200 Euro im Jahr haben. Steuerpflichtig sind nicht nur alle Halter, sondern auch jene Personen, die ein Pferd gegen Entgelt im Stadtgebiet von Bad Sooden-Allendorf nutzen. Befreit von der Steuer sind laut dem Satzungsentwurf jene Pferdehalter, deren Tiere „nachweislich zum Haupterwerb im Rahmen der Berufsausübung eingesetzt“ werden.

Bürgermeister Hix hat inzwischen in einer öffentlichen Stellungnahme die deutsche Pferdegemeinde darum gebeten, nicht weiter zum Boykott der Stadt aufzurufen. Im Netz gilt BSA schon als „No-go Area“, die illustriert wird mit Parolen wie „Hier kauf ich nicht ein“, „Hier will ich nicht hin“, „Urlaub in der Pferdesteuerstadt - nein danke“, „Sportinternat in der Sportsteuerstadt“.

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