Fünf Tage Festival haben deutliche Spuren hinterlassen

Abbau mit Katerstimmung: Flair-Besucher verlassen Eschwege

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Der Tag der Abreise: Franzi, Marcel, Max und Feli versuchen, Ordnung in das Festival-Chaos zu bringen.

Eschwege. „Time to Say Goodbye" quäkt es symbolträchtig aus einem Lautsprecher auf dem Campinggelände des Open Flairs, während sich eine Gruppe Camper am Montagvormittag in den Armen liegt. Wie in Zeitlupe bewegen sich die müden Festivalbesucher. Die vergangenen Tage waren kräftezehrend und auch am Abreisetag knallt die Sonne wieder vom Himmel.

Wer sein Zelt und den Pavillon nicht mit nach Hause nehmen möchte, haut es in Stücke und lässt die Überreste zurück. Das Open Flair 2016 geht zu Ende.

Um kurz vor acht Uhr morgens sind Franzi, Marcel, Max und Feli aus ihren Zelten gekrochen. Ihr Camp bestand aus sechs Zelten, in denen zwischenzeitlich acht Festivalbesucher nächtigten. Viel Schlaf haben die jungen Besucher nicht gefunden, „meist waren es ungefähr fünf Stunden“. Dazu trug unter anderem die Hitze bei, die die Flairgänger schon früh aus den Zelten treibt. „Wir haben hier richtig aufwändig und frisch gekocht“, sagt Feli. Sie lebt wie ihre Freunde vegan. Auf vier Gaskochern hat die Gruppe ihre Mahlzeiten zubereitet.

Feli, die aus Frankfurt stammt, und ihr Freund fanden das Open Flair insgesamt eher mittelmäßig. „Es wäre schön, wenn auf dem Campinggelände ein bisschen mehr auf Sauberkeit geachtet würde. Wir haben fast unseten gesamten Müll wieder mitgenommen. Es gab auch viele Besucher, die ständig nur betrunken waren. Das muss nicht sein.“ Max hingegen, der die beiden während eines früheren Flairs kennengelernt hat, entgegnet: „Das gehört nunmal dazu.“ Er bezeichnet das diesjährige Open Flair als „gut“, letztendlich sei es aber nur ein weiteres in der Liste seiner zahlreichen Besuche. Besonders gefallen hat ihm der Festivalabschluss mit dem Konzert von Limp Bizkit.

Bis zum Mittag abgereist

Zum zweiten Mal zu Besuch auf dem Eschweger Festival waren Natalie und Tina. Die beiden jungen Frauen kommen aus Gießen, und haben sich auf dem Open Flair rundum wohlgefühlt.

Open-Flair-Besucher verlassen Eschwege nach sechs Tagen

„Wir haben die Auftritte vieler toller Bands sehen können“, fasst Tina mit vollgepacktem Rucksack auf dem Rücken die vergangenen Tage zusammen. Ein Wiedersehen mit dem Flair sei wahrscheinlich. Ebenfalls schon kurz vor der Abreise stand am späten Vormittag Lucas aus Waldkappel. Während seine Freunde, die aus der Region und Berlin angereist waren, die letzten Gepäckstücke zusammensuchen, kam ihm eine willkommene Aufgabe zu: das Bewachen des Gepäckberges. „Wir wechseln uns aber ab, sodass jeder mal Pause machen kann“, erklärt er.

Anders wird es vielen anderen Festivalbesuchern ergangen sein: Viele dösten auch am Mittag noch vor sich, ohne ans Aufräumen zu denken - fünf Tage Open Flair hinterlassen ihre Spuren.

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