Der Hochseilgarten im Kletterwald Leuchtberg in Eschwege bietet sicheren Nervenkitzel

Abenteuer in luftiger Höhe

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Alles im Gleichgewicht: Das Balancieren über die Seilschlaufen ist der wohl schwierigste Teil, denn hier kostet das Klettern richtig Kraft.

Esther hakt ihre Karabiner in das Stahlseil ein. Sie sind nun ihre Lebensversicherung. An ihrem Gurtgeschirr befindet sich auch eine Seilrolle, die auf das gespannte Stahlseil aufgesetzt werden muss. Dann kann Esther mit der Seilbahn im Einweisungsparcours fahren.

Der erste Parcours im Kletterwald Eschwege ist nicht hoch. Er soll den Besuchern zunächst die richtige Technik vermitteln. Zuvor haben sie die Sicherheitsgurte angelegt, ein Vollgurtgeschirr, das den Oberkörper und die Oberschenkel umschließt. Dann lernen sie, ihre beiden Karabiner richtig einzuhaken, gegengleich. Sie lernen, die Seilrolle zu benutzen und sich auf den Kletterelementen korrekt zu verhalten. Trainer Thomas Tugusev korrigiert ihre Handgriffe dabei. Denn Sicherheit ist oberstes Gebot beim Klettern.

„Es ist ein ziemlich cooles Gefühl, wenn man in den Gurten drin hängt“, sagt Esther. „Man spürt, dass man gut abgesichert ist.“ Franziska ist schon ein paar Mal klettern gewesen. „Man bekommt Übung, wenn man öfter klettert. Ich habe auf den geringen Höhen angefangen und arbeite mich nun langsam höher.“ Die Mädchen sind zwei von 60 Jugendlichen der „Jungen Eschweger Philharmonie“, die einmal jährlich aus ganz Deutschland zusammenkommen, um gemeinsam als Orchester in Eschwege zu proben und aufzutreten. Und wenn sie gerade nicht musizieren, bietet der Kletterwald am Leuchtberg einen guten Nervenkitzel zum Ausgleich.

Fünf Schwierigkeitsgrade

Den Kletterwald Leuchtberg gibt es seit vier Jahren. Von Plattform zu Plattform klettern die Besucher über Brücken aus Seilen, Baumstämmen, Bierkästen, Stühlen oder Netzen. Auch per Fahrzeug, etwa auf dem Bobbycar oder dem Schlitten können Distanzen in überwunden werden. Es gibt fünf unterschiedlich schwierige Parcours, die auf drei Metern Höhe beginnen und bis auf 12 Meter Höhe führen. Und man kann einen 25 Meter hohen Baum erklettern. Gebaut und betrieben wird der Hochseilgarten von der Abenteuerwerkstatt GmbH aus Betzenstein in Franken, die solche Parks auch für andere Betreiber konstruiert.

Einen sportlichen Anspruch stellt das Klettern im Hochseilgarten an die Besucher. Es braucht Balance, Kraft und Konzentration, um sich über die Brücken zu bewegen. „Die entscheidende Erfahrung ist jedoch das Erlebnis der Höhe und die persönliche Überwindung, die damit zusammenhängt“, sagt Betriebsleiter Ruben Ulrich. „In unserer heute scheinbar rundum abgesicherten Welt lernt man einmal, sich des Risikos bewusst zu werden und damit umzugehen. Man muss eigene Grenzen überschreiten. Gerade für Jugendliche kann das eine sehr wichtige Erfahrungen sein.“

Bilder vom Hochseilgarten

Hochseilgarten Eschwege: Spaß in luftiger Höhe

Das Team, das die Besucher betreut, und auf die Sicherheit achtet, ist jung. Marina Ebeling etwa ist Studentin, die in den Ferien im Kletterwald arbeitet. „Es fühlt sich gar nicht wie Arbeit an. Mir macht es viel Spaß täglich hier draußen im Wald zu sein“, sagt sie. Alle Mitarbeiter werden intensiv geschult und die Trainer können im Notfall auch eingreifen und einen Besucher, der nicht weiterkommt oder sich in den Seilen verstrickt hat, befreien und abseilen.

Der Kletterwald Leuchtberg ist von April bis Anfang November geöffnet, in den Ferien von Mittwoch bis Sonntag, 10.30 bis 18 Uhr. Weitere Infos gibt es unter Tel. 0 92 44/98 25 00, auf der Homepage www.kletterwald-leuchtberg.de oder bei der Tourist-Information Eschwege.

Die Junge Philharmonie Eschwege spielt heute um 19.30 Uhr im E-Werk. Auf dem Programm steht unter anderem die Star-Wars-Suite. Der Eintritt ist frei.

Von Kristin Weber

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