Altes Holz wurde im Kreis ein Jahr lang in einem Modellprojekt aufgearbeitet

Aus Abfallholz wird ein Brennstoff

Sind zufrieden mit den ersten Ergebnissen des Projektes: (von links) Dr. Andreas Cromm vom Land Hessen, Thomas Raussen vom Witzenhausen-Institut, Verena Schwall vom Umweltministerium, Klimaschutzmanagerin Dr. Doris Wagner, erster Kreisbeigeordneter Dr. Rainer Wallmann und Dr. Felix Richter vom Witzenhausen-Institut (hockend). Foto:  Wüstefeld

Eschwege. Klimaschutz, wie ihn jeder kann: Im Werra-Meißner-Kreis ist vor einem Jahr das Modellprojekt holzige Biomasse gestartet. Herausgefunden werden sollte, ob es sich lohnt, Abfallholz in Energie umzuwandeln.

Mitmachen konnten auch die Bürger: Abgesägte Äste aus dem eigenen Garten konnten ebenso kostenlos bei bestimmten Sammelstellen abgegeben werden wie Sträucher. „Das ist sehr gut angenommen worden“, freut sich der Geschäftsführer des Zweckverbandes Abfallwirtschaft Werra-Meißner, Matthias Wenderoth. Auch deshalb werde man in Zukunft solche Abgaben anbieten, unabhängig vom Erfolg des Modellprojektes. „Alles andere können wir uns bei dem Erfolg aus dem vergangenen Jahr gar nicht erlauben“, sagt der erste Kreisbeigeordnete Dr. Rainer Wallmann, der das Projekt mit angestoßen hat. „Die Resonanz war überwältigend.“

Verwertet wurden aber nicht nur die holzigen Abfälle aus dem Privatgärten: Alte Äste von Sträuchern an den Straßenrändern wurden ebenso eingesammelt wie die von Bäumen der Streuobstwiesen. „Verarbeitet wurde das dann alles zu Holzhackschnitzeln oder zu Kompost“, erklärt Thomas Raussen vom Witzenhausen-Institut, das das Projekt wissenschaftlich begleitet hat. Produziert wurden unter anderem hochwertige Holzhackschnitzel, mit denen die vier kreiseigenen entsprechenden Anlagen in Großalmerode, Bad Sooden-Allendorf, Witzenhausen und Eschwege befeuert und somit die an die Anlagen angeschlossenen Gebäude beheizt wurden. „Aus Abfall wird so ein Brennstoff“, sagt Wallmann.

Das Gute daran: Die Bäume und Sträucher müssten sowieso gepflegt werden, zumindest bei diesem Arbeitsschritt entstehen so keine zusätzlichen Kosten, sollte das Projekt zu einem langfristigen Vorhaben entwickelt werden. „Deshalb haben wir im vergangenen Jahr eine schwarze Null geschrieben, stellt man die Aufwendungen und Erträge gegenüber.“

Wie es mit dem Modellprojekt weitergeht, liegt jetzt beim Land Hessen. Das hatte diese erste Konzeptphase mit 130 000 Euro gefördert, für die nun anstehende Umsetzungsphase müssen weitere Gelder beantragt werden. „Ich werde mich dafür einsetzen, dass es die auch gibt“, sagt Dr. Andreas Cromm vom Land Hessen, der sich die Zwischenergebnisse des Projektes jetzt präsentieren ließ. Das liege auch daran, dass das möglicherweise auch auf ganz Hessen ausgeweitet werden soll. „Bis es so weit ist, dauert es aber noch“, sagt Cromm, „bis dahin kann der Werra-Meißner-Kreis weiter testen, ob es sich lohnt, aus Abfallholz Energie zu produzieren.“

Von Constanze Wüstefeld

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