Jeder im Kreis spart 37 Kilogramm Müll ein

Abfallmenge dank des Ident-Systems stark rückläufig

Werra-Meißner. Der Werra-Meißner-Kreis gehört zu den Landkreisen in Hessen, die am wenigsten Müll produzieren. Das geht aus einer Studie des Statistischen Landesamtes in Wiesbaden hervor.

Demnach lag der Pro-Kopf-Wert im vergangenen Jahr bei 376 Kilogramm; zehn Jahre früher produzierte jeder Einwohner noch 413 Kilogramm Müll. Im deutschlandweiten Vergleich liegt der Kreis aktuell auf Platz 64 unter 393 ausgewerteten Landkreisen.

Laut Jürgen Herwig, Vorsitzender des Zweckverbandes Abfallwirtschaft Werra-Meißner, liege das maßgeblich an der Nutzung des sogenannten Ident-Systems. Damit werden alle Leerungen der Rest- und Bioabfallbehälter elektronisch gezählt. Die Anzahl der Leerungen wird dann zur Berechnung der Abfallgebühr herangezogen.

„Wer die Tonnen seltener zur Abfuhr bereitstellt, profitiert von einer geringeren Abfallgebühr. Wer die Tonnen häufiger leeren lässt, zahlt etwas mehr“, sagt Herwig. Das sei nicht nur verbraucherfreundlich, sondern animiere auch zum Müllsparen. Bis auf Witzenhausen hätten die Städte Eschwege und Sontra, die dem Zweckverband Abfallwirtschaft nicht angehörten, im Jahr 2008 auf ähnliche Systeme umgestellt. An die kommunale Müllabfuhr angeschlossen ist auch das Kleingewerbe. „Größere Gewerbebetriebe entsorgen und verwerten ihren Abfall über eigene Entsorgungswege“, sagt Matthias Wenderoth, Geschäftsführer des Zweckverbandes.

Laut Wenderoth ist das Müllspar-Potenzial des Kreises noch nicht ausgeschöpft: Luft nach oben gebe es zum Beispiel noch bei der Mülltrennung. „So landen etwa viele Bioabfälle noch im Restmüll“, sagt Wenderoth. Würden diese Abfälle aber in die grünen Tonnen wandern, könne der Verbraucher bares Geld sparen: „Die Biotonne ist im Abtransport nicht so teuer wie der Restmüll.“

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