Friedrich-Wilhelm-Schule beendet nach sieben Jahren Verkürzung der Mittelstufe

Abschied vom Abenteuer G8

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In den Forscherklassen werden die Naturwissenschaften fächerübergreifend unterrichtet - ein G-8-Element, das auch nach der Rückkehr zur um ein Jahr längeren Mittelstufe an der Friedrich-Wilhelm-Schule beibehalten werden soll.

Eschwege. Die Friedrich-Wilhelm-Schule in Eschwege kehrt mit Beginn des nächsten Schuljahres zu G 9 zurück. Das hat die Schulkonferenz am Donnerstagabend beschlossen.

Das Gymnasium nutzt damit die Änderung im Schulgesetz und beendet nach sieben Jahren das, so Schulleiter Dr. Hans-Joachim Vock, „Abenteuer G 8“.

Die um ein Jahr verkürzte Mittelstufenzeit wird es vom kommenden Jahr an der Friedrich-Wilhelm-Schule nicht mehr geben. „Wir können beides“, so Dr. Vock. Ausschlaggebend für die Entscheidung sei letztendlich der Elternwille gewesen.

Die überwältigende Mehrheit der Väter und Mütter, deren Kinder vom kommenden Jahr an das Gymnasium besuchen wollen, hätte sich schon im November für die verlängerte Sekundarstufe I bis Klasse zehn ausgesprochen. Alle Gremien hätten sich dem angeschlossen. Jetzt steht lediglich noch die Genehmigung durch das Schulamt aus, das allerdings bereits Zustimmung zum Wechsel der Organisationsform signalisiert habe.

„Wir sind den Schritt auch gegangen, um den Bestand unserer Schule zu sichern“, erklärte Dr.Vock gestern. Insgesamt sinkende Schülerzahlen und zusätzlich die Flucht aus dem ungeliebten G 8 hätten die Existenz des Gymnasiums gefährden können.

Die Erfahrungen mit der verkürzten Schulzeit in den zurückliegenden sieben Jahren sind nach Angaben Vocks dennoch durchweg positiv. „Wir haben das fehlende Jahr mit riesigem Aufwand kompensiert“, sagt er, mit dem Ergebnis, dass in der Oberstufe kein Leistungsunterschied zwischen G-8- und G-9-Schülern erkennbar gewesen sei. Die positiven G-8-Elemente sollen im neuen Schuljahr beibehalten werden. Dr. Vock zählt dazu den frühen Einstieg in die zweite Fremdsprache ab Klasse sechs sowie den vorgezogenen Beginn der naturwissenschaftlichen Fächer in derselben Jahrgangsstufe. „Die größere Neugierde der jüngeren Kinder fördert den Lernerfolg“, erklärt der Schulleiter. Zu den Erfolgsmodellen zählt er auch die Forscherklassen, in denen ab der fünften Klasse naturwissenschaftlich fächerübergreifend gelehrt werde.

Sechs Jahre nach dem Systemwechsel zu G 8 dürfte in der Oberstufe ein großer Teil eines ganzen Jahrganges fehlen. Von der Friedrich-Wilhelm-Schule wird dann kein Schüler in die Sekundarstufe II wechseln.

Von Harald Sagawe

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