Das schlimmste Hochwasser seit Menschengedenken- Fast alle Keller vollgelaufen- Start Hochwasserschutz noch in diesem Jahr

Albungen - ein Dorf steht im Wasser

Seeblick. Der Knick der Werra bei Albungen und die Verengung des Tales kurz hinter dem Ort sind die Ursachen dafür, dass Albungen häufiger mit Hochwasser zu kämpfen hat als andere Orte. Eine Hochwassersicherung, seit Jahren versprochen, soll noch in diesem Jahr in Angriff genommen werden. Die Aufnahme machte WR-Leser Klaus Heinitz vom Aussichtspunkt Weidscher Blick.

Albungen. So schlimm wie in diesem Jahr war es noch nie. „Ich lebe seit 53 Jahren in Albungen. Wir sind ja hier einiges gewohnt, aber so ein Hochwasser habe ich noch nicht erlebt“, sagt Edwin Müller, dessen Hof einen halben Meter unter Wasser steht. Sein Haus ist derzeit nur über einen provisorischen Steg aus Holzbrettern zu erreichen, den Müller gelegt hat.

In den Straßen nahe der Werra surren die Pumpen, die das Wasser aus den Kellern holen. Fast alle Keller sind vollgelaufen, selbst in dem Ortsteil, der am Albunger Bahnhof liegt. 1,40 Meter hoch steht es im Keller von Edwin Müller. „Es drückt von allen seiten ins Haus“, sagt er.

Neu. Ihre ersten Hochwassererfahrungen machen Jenny und Andy Baker. Sie zogen vor zwei Jahren nach Albungen.

Eine Querstraße weiter diskutieren Helga und Otto Schröder mit Reiner Werner über den Hochwasserschutz, der von den Albungern seit Jahrzehnten gefordert wird. „Die Arbeiten sollten eigentlich schon im Mai beginnen“, sagt Otto Schröder. „Das wir jetzt wohl wieder dauern“, sagt Reiner Werner.

Im Prinzip soll der Altarm der Werra geöffnet werden, damit das Hochwasser das Dorf auf zwei Seiten passieren kann. „Es geht definitiv noch in diesem Jahr los, sagt Eschweges Bürgermeister Alexander Heppe. Die Bauarbeiten, die mit umfangreichen Erdbewegungen verbunden sind, sollen bis ins Jahr 2015 dauern und kosten 3,1 Millionen Euro, von denen das Land 2,6 Millionen Euro übernimmt.

Während die Lage in Albungen weiter angespannt bleibt, zeichnet sich oberhalb von Eschwege Entspannung ab. Der Pegel in Heldra ist weiter gefallen und lag gestern um 15 Uhr mit 4,69 Metern fast 20 Zentimeter unter dem Höchststand von 4,88 Metern. Dennoch stehen immer noch zahlreiche Straßen und Häuser im Wasser. Auch in Eschwege, wo kein Pegelstand gemessen wird, ging das Hochwasser leicht zurück.

Von Dieter Salzmann

Bilder vom Hochwasser in Albungen

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