Über Ziele für Eschwege, Ambitionen und die grüne Krawatte

Alexander Heppe im Interview: "Bürgermeister ist mein Traumberuf"

Eschwege. Einen Tag nach dem überragenden Wahlsieg und einer kurzen Wahlparty hat sich Bürgermeister Alexander Heppe (CDU) der Heimatzeitung im Interview gestellt. Wir sprachen mit dem Wahlsieger über die nächsten Aufgaben, seine Ambitionen und die grüne Krawatte.

Herr Heppe, Sie tragen die grüne Krawatte nicht mehr. Bekommt Ihr Markenzeichen der vergangenen Wochen jetzt einen Ehrenplatz?

Alexander Heppe: Es ist erstaunlich, wie sehr die Menschen auf diese Krawatte reagiert haben. Dabei hatte sie keine Funktion und sollte erst recht keine politische Aussage beinhalten. Man hatte sie mir empfohlen, weil wir für die Wahlplakate einen farbigen Akzent wollten. In den vergangenen Wochen wurde die grüne Krawatte zu meinem Maskottchen.

Obwohl sich das sehr deutliche Ergebnis sehr früh abzeichnete, schienen Sie am Sonntagabend im Rathaussaal bis zur Bekanntgabe sehr angespannt. Warum?

Heppe: Ich war sehr angespannt. Die sechswöchige heiße Phase des Wahlkampfs war sehr intensiv. Innerlich ist mir am Sonntagabend sehr viel durch den Kopf gegangen.

Als das Ergebnis feststand, war das offenbar ein sehr emotionaler Moment für Sie. 

Heppe: Ja, das war unglaublich emotional. Dankbarkeit, Freude, Erleichterung und Spannung im Hinblick auf die nächsten sechs Jahre kamen zusammen. Ich habe unglaublich großen Zuspruch erfahren und spürte, dass sehr viele Menschen hinter mir stehen.

Es geht nach der Wahl ohne Pause für Sie weiter. Welche Themen wollen Sie im nächsten Jahr anfassen? 

Heppe: Ziel muss es jetzt sein, die Innenstadt weiterzuentwickeln und die Attraktivität unserer Stadt voranzubringen. Dazu laufen jetzt auch Gespräche mit den Ministerien. Der Bauantrag für die Wakeboard-Anlage am Werratalsee läuft beispielsweise. In diesem Jahr wird es wohl aber noch nichts mit der Fertigstellung.

Wo kann Eschwege besser werden?

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Heppe: Wir müssen unsere eigenen Stärken mehr in den Vordergrund rücken. In unserer Stadt sitzen Weltmarktführer, und viele Abiturienten, die Eschwege verlassen, wissen das nicht. Mit Hilfe der Ehemaligen-Vereinigung der Eschweger Gymnasien will ich ein Netzwerk aufbauen, um junge Menschen zu informieren, dass man auch in Eschwege gute Arbeit findet. Unsere Stadt kann auch qualifizierten Fachkräften die Möglichkeit bieten, Arbeit zu finden und eine Familie zu gründen.

Werden Sie bei der Kommunalwahl im nächsten März auf der CDU-Liste für die Eschweger Stadtverordnetenversammlung kandidieren? 

Heppe: Ja, ich habe vor, auf diese Liste zu gehen, auf der auch parteiunabhängige Bürger kandidieren sollen. Ich möchte deutlich machen, dass ich hinter den Menschen stehe, die sich auf der Liste um ein Mandat bewerben. Ich möchte den Wählern aber auch deutlich sagen, dass ich ein Mandat in der Stadtverordnetenversammlung nicht annehmen kann, sondern aus Loyalität und weil ich hinter den Inhalten stehe, auf die Liste gehen werde.

Wird Ihr Ansehen nach dem deutlichen Wahlsieg in der Stadtverordnetenversammlung steigen?

Heppe: Es wird Zeit, alte Gräben zum Wohle der Stadt zuzuschütten. Dafür werde ich mich einsetzen. Ich habe allen Fraktionen immer meine Zusammenarbeit angeboten.

Kandidieren Sie erneut für den Kreistag? 

Heppe: Ja. Ich werde mich um ein Kreistagsmandat bewerben.

2018 wird der Landrat des Werra-Meißner-Kreises gewählt. Wäre es denkbar, dass Sie als Kandidat der CDU den SPD-Amtsinhaber herausfordern?

Heppe: Das habe ich nicht vor. Bürgermeister der Stadt Eschwege zu sein, ist mein absoluter Traumberuf. Und ich bin nicht angetreten, um nach zwei oder drei Wahlperioden das Handtuch zu werfen.

Von Tobias Stück

und Harald Sagawe

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