Alleinerziehende finden im Werra-Meißner-Kreis schwer Arbeit

Werra-Meißner. 244 Alleinerziehende leben im Werra-Meißner-Kreis von Hartz-IV, 27 empfangen Arbeitslosengeld. Ihre Vermittlung gestaltet sich laut Christel Thomas von der Arbeitsagentur in Kassel schwierig: „Die Arbeitgeber sind zögerlich bei der Einstellung, denn sie haben mögliche zusätzliche Krankheitszeiten der Kinder im Hinterkopf.“

Generell fehle bei Chefs oft das Verständnis für die Lebensumstände, sagt auch Thekla Rotermund-Capar, Gleichstellungsbeauftragte des Werra-Meißner-Kreises. Während sich Alleinerziehende nach den Betreuungszeiten richten müssen und entsprechend in Teilzeit arbeiten möchten, ist Arbeitgebern laut Thomas Flexibilität wichtig. Einige Branchen, wie Verkauf und Gastronomie, seien oft nicht mit Teilzeit kompatibel – erst recht nicht, wenn die Verkehrsanbindung schlecht sei. Daher würden sich viele eine Bürotätigkeit wünschen. „Da gibt es aber wesentlich mehr Frauen als Stellen.“

In typischen Frauenberufen habe sich allerdings einiges getan. So haben laut Manuela Zimmermann vom Jobcenter Werra-Meißner zwölf Frauen kürzlich ihre Teilzeitausbildung im Bereich der Altenpflegehilfe abgeschlossen. Unter anderem machen das ausreichend Kindergartenplätze für Unter-Dreijährige möglich. Für die Randzeitenbetreuung müsse laut Rotermund-Capar aber oft auf Tagesmütter zurückgegriffen werden. „Wir wollen daher zusätzlich Plattformen schaffen, damit sich die Frauen vernetzen und gegenseitig unterstützen“, sagt Katja Eggert, Gleichstellungsbeauftragte für Witzenhausen. Seit zwei Jahren gibt es deswegen über den Kreis verteilt regelmäßig Frauenfrühstücke und -cafés. Um Alleinerziehenden einen Überblick über soziale Leistungen und Anlaufstellen im Werra-Meißner-Kreis zu geben, plant das Jobcenter in Kooperation mit dem Kreis zudem einen Wegweiser. 

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