Werratalsee: Politik hat Vorbehalte gegen chemische Sanierung

Aluminiumbehandlung in Fraktionen umstritten

Eschwege. Eine kurzfristige Lösung scheint es für die Probleme des Werratalsees nicht zu geben - wenigstens keine, die geeignet ist, das massenhafte Aufkommen von Cyanobakterien zuverlässig zu verhindern, und die gleichzeitig eine politische Mehrheit finden würde.

Der Entscheidungsprozess in den Stadtverordneten-Fraktionen ist längst noch nicht abgeschlossen. Zu viele Faktoren sind nicht zu Ende diskutiert oder schlichtweg unbekannt. Eine Behandlung des Gewässers mit Aluminium ist innerhalb der Fraktionen höchst umstritten. Wirtschaftliche Faktoren spielen dabei ebenso eine Rolle wie ökologische Überlegungen.

Während die Grünen diese Methode grundsätzlich ablehnen und Fraktionsvorsitzender Lothar Dietrich sagt: „Damit bin ich gar nicht einverstanden“, sieht CDU-Fraktionschef Stefan Schneider in der vom Gutachterbüro Clearwaters vorgeschlagenen Aluminiumbehandlung als Begleitmaßnahme durchaus eine Möglichkeit, kurzfristig die erneute Massenentwicklung im kommenden Sommer zu verhindern. „Das kann aber nur die Ultima Ratio sein“, so Schneider gestern im Gespräch mit der Werra-Rundschau.

Nach Einschätzung von Bürgermeister Alexander Heppe wäre dieses Verfahren der sicherste Weg, aber für 2013 zeitlich zu knapp. Allerdings ist auch Heppe der Auffassung, dass kurzfristig Therapien erforderlich sind, damit der Werratalsee in den nächsten Jahren bis zur Anhebung des Wasserspiegels nicht erneut in den Zustand des zurückliegenden Sommers verfällt.

Die Gefahr, dass genau das passiert, liegt nach Einschätzung von Gutachter Christian Schuller von Clearwaters bei fünfzig Prozent. Ausschlaggebend, so schreibt er in seiner Studie, sei die Wetterlage im Frühsommer. Darin heißt es: „Kritisch ist insbesondere eine geringe Sonnenscheindauer im Juni.“

Von Harald Sagawe

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