Dr. Annika Spilker leitet nun das Stadtarchiv und das Stadtmuseum in Eschwege

Eschweger Stadtgeschichte in guten Händen: Dr. Annika Spilker (vorne) löst Dr. Karl Kollmann (rechts) als Archivar im Stadtarchiv ab. York-Egbert König (hinten) steht ihr als langjähriger Mitarbeiter zur Seite, Alexander Heppe und Fachbereichsleiterin Dagmar Schade-Kurz sind glücklich mit Dr. Annika Spilker. Foto: Kaiser

Wechsel an der Spitze: Das Stadtarchiv und das Stadtmuseum haben eine neue Leitung. Dr. Annika Spilker löst Dr. Karl Kollmann ab.

Eschwege. „Für mich geht ein großer Traum in Erfüllung, ein Archiv und ein Museum zusammen zu leiten“, freut sich Historikerin Dr. Annika Spilker, die seit Juli das Eschweger Stadtarchiv und das Stadtmuseum von Dr. Karl Kollmann übernommen hat. Über 27 Jahre lang war Kollmann als Archivar in Eschwege tätig.

Spilker promovierte 2012 an der Universität Kassel über Rechtsextremismus in der Weimarer Republik mit dem Fokus auf Frauen. Ursprünglich hatte sie ihren Magister im Hauptfach Anthropologie mit dem Nebenfach Geschichte gemacht. In Kassel geboren, liegen Annika Spilkers Wurzeln dennoch in Eschwege, hier wuchs sie auf. Seit acht Jahren lebt sie mit ihrer Familie wieder in der Kreisstadt, mit der neuen Stelle als Archivarin verbindet sie ihre Heimat mit ihrer Profession. „Ich bin sehr glücklich, als Historikerin in Eschwege eine Stelle zu haben“, sagt sie.

Im Bewerbungsverfahren setzte sie sich gegen 50 Mitbewerber durch, die feste Zusage erhielt sie im Juni. Seit Anfang Juli hat sie ihren eigenen Schreibtisch im Stadtarchiv und lernt von Vorgänger Dr. Kollmann. Eine erste Herausforderung sei die Wanderausstellung gewesen, sagt sie. Besonders die Vielfältigkeit ihrer neuen Stelle gefällt der Historikerin. Von Wissenschaftlern über Schulklassen bis hin zu Menschen, die einfach ein heimatgeschichtliches Interesse haben, ist das Stadtarchiv zentraler Punkt für alle. „Dr. Kollmann hat das Archiv als Anlaufstelle für Fragen rund um die Eschweger Geschichte gut etabliert“, lobt sie ihren Vorgänger. „Es ist bewundernswert, wie alles aufgebaut ist.“ Das will Spilker auf jeden Fall weiterführen.

Auch die Zusammenarbeit mit beispielsweise Kulturinitiativen, Bildungseinrichtungen oder dem Museumsverband will die neue Stadtarchivarin beibehalten und weiter ausbauen. Außerdem sollen neue Ehrenamtliche und Unterstützer gefunden werden, mit bisherigen Mitarbeitern will Spilker einen guten Kontakt pflegen.

Aus ihrer vergangen Tätigkeit als freiberufliche Stadtführerin hat sie viel Erfahrung im Umgang mit Kindern und Geschichte, davon sollen das Museum und das Archiv der Stadt Eschwege profitieren. In der Digitalisierung des Materials zur Langzeitsicherung sieht die Historikerin eine Hürde, die genommen werden muss.

Bürgermeister Alexander Heppe ist froh und dankbar, Dr. Annika Spilker für die Stelle der Archivarin gewonnen zu haben. „Hier wird Wissen weitergetragen und nicht nur archiviert, das wollen wir beibehalten“, betont er.

• Das Eschweger Stadtarchiv ist täglich von neun bis zwölf Uhr geöffnet, im Stadtmuseum können sich Besucher von April bis Oktober jeweils dienstags, samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr über die Eschweger Geschichte informieren.

Von Selina Kaiser

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