Apotheker kämpfen mit Lieferschwierigkeiten

Werra-Meißner. Patienten, die auf das Bluthochdruckmittel Metoprolol oder das Schmerzmittel Novaminsulfon angewiesen sind, bekommen beide Medikamente derzeit nur mit Glück in Apotheken.

Denn für beide Arzneimittel, die vor allem ältere Menschen verschrieben bekommen, gebe es derzeit bundesweit Lieferschwierigkeiten. Das berichtet Dr. Joachim Kirch, der sowohl die Meissner-Apotheke in Abterode als auch die Löwen-Apotheke in Eschwege betreibt.

„Sowohl für die Patienten als auch für uns Apotheker ist das ein großes Problem“, berichter der Delegierte des hessischen Apothekerverbandes. Denn die Patienten seien auf die bestimmten Arzneien eingestellt worden, von den Apothekern dürfe ihnen kein Medikament eines anderen Herstellers verkauft werden.

„Durch die Rabattverträge zwischen den Krankenkassen und den Herstellern ist uns das nicht mehr möglich“ (siehe Hintergrund). Sollten die Verträge Ersatz-Arzneimittel zulassen, werde das im Falle des Bluthochdruckmittels aber auch nichts nützen: „Das ist von mehreren Herstellern in verschiedenen Stärken nicht lieferbar, das gilt auch für das zugelassene Ersatzmedikament.“ In diesem Fall müssen sich die Patienten erst von ihrem Arzt ein anderes Medikament verschreiben lassen.

Sowohl Kirch als auch seine Eschweger Kollegin Miriam Eisenberg von der Schloss-Apotheke vermuten zwei Gründe hinter den Lieferengpässen: Zum einen führen die Rabattverträge dazu, dass nur noch die Hersteller ein Medikament in großen Mengen produzieren, die den Vertrag bekommen haben. Zum anderen bestellen die Firmen den Wirkstoff aufgrund von Herstellungskosten auch nur noch bei wenigen Produzenten im billigen Ausland. „Können die den Wirkstoff nicht mehr liefern, hat das Auswirkungen auf alle Patienten.“

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