Gegen den Trend weniger Arbeitslose als 2011

Arbeitsmarkt: Kreis kam glimpflich durch 2012

Eschwege. Der Werra-Meißner-Kreis hat sich auf dem Arbeitsmarkt im vergangenen Jahr besser behauptet als die benachbarten Landkreise.

Während die Arbeitslosenquote in Nordhessen im Vergleich zum Dezember 2011 in allen Regionen zum Teil kräftig stieg, ging sie im Werra-Meißner-Kreis 3139 Menschen arbeitslos gemeldet. Das entspricht einer Quote von 6,2 Prozent für den Dezember 2012. Im Vorjahr waren es 6,3 Prozent.

„Die Bilanz für den Werra-Meißner-Kreis ist durchwachsen, aber nicht auffällig schlecht“, sagte Silke Sennhenn, Sprecherin der Agentur für Arbeit in Kassel. Insgesamt habe sich der Arbeitsmarkt im Werra-Meißner-Kreis als „sehr stabil“ gezeigt. Als Grund für die Entwicklung sieht sie die wirtschaftliche Struktur im Landkreis. „Es gibt viele mittelständige Betriebe und Dienstleister, die für konjunkturelle Schwankungen nicht so anfällig sind wie große Unternehmen in industriellen Ballungsgebieten“, so Frau Sennhenn. So suchten Pflegeheime und Krankenhäuser dringend nach Personal anstatt Beschäftigte zu entlassen. Auch mittelständige Unternehmen überlegten dreimal, bevor sie einen langjährigen Mitarbeiter in die Arbeitslosigkeit schickten.

Dennoch ist nach Angaben des Kasseler Agenturleiters Detlef Hesse im neuen Jahr eher mit mehr Arbeitslosen zu rechnen. „Die Staatsschuldenkrise und die Weltwirtschaftsentwicklung werden negative Auswirkungen haben“, sagte er. „Entscheidend wird sein, wie sich die Frühjahrsbelebung in der Region auf die Beschäftigungssituation auswirkt“, sagte Hesse. Allein aus demografischen Gründen werde die Sicherung des Arbeitskräftepotentials eine der zentralen Zukunftsaufgaben für die Region sein und die Arbeitsmarktpolitik vor ganz neue Aufgaben stellen, so der Agenturleiter.

Witterungsbedingt hat die Arbeitslosigkeit im Werra-Meißner-Kreis im Dezember wieder zugenommen.

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