Archivar Dr. Karl Kollmann wurde Freitag offiziell von der Stadt Eschwege verabschiedet

Stadtarchivar Dr. Karl Kollmann geht: (von links) York Egbert König, Nachfolgerin Dr. Spilker, Dagmar Schade-Kurz, Dr. Karl Kollmann und Alexander Heppe.

Eschwege. So ganz überraschend kommt der Abschied jetzt nicht. Ein Jahr lang hatte Karl Kollmann Zeit, sich vorzubereiten. Schon im Oktober 2015 endete seine eigentliche Dienstzeit bei der Stadt Eschwege.

Ein Jahr hat er nochmal drangehangen, war für Archiv und Museum zuständig. Jetzt ist endgültig Schluss. Sein Chef und die Kollegen nutzten den letzten Arbeitstag des Stadtarchivars gestern zur Verabschiedung.

Aufgaben

1989 wurde Dr. Karl Kollmann Leiter des damals noch in Niederhone beheimateten Stadtarchivs. Diese Leitung behielt er bis zum Juni. 1990 wurde er Abteilungsleiter Kultur. Die Aufgabe gab er im vergangenen Jahr ab. Seit 2002 leitete er zusätzlich noch das Stadtmuseum.

Würdigung

Bürgermeister Alexander Heppe würdigte Dr. Kollmann als „unglaublich wichtigen Mann für Eschwege und einen Glücksfall für die Kreisstadt“. Unter seiner Regie wurde das Archiv zu einem Ort der Begegnung. Zwischenzeitlich gewann das Eschweger Stadtarchiv den Hessischen Archivpreis. Besonders lobte Heppe seine Verdienste als Motor für eine aktive Erinnerungskultur. Die Verlegung der 135 Stolpersteine vor den Häusern der im Zweiten Weltkrieg deportierter Juden und die Aufarbeitung zur Geschichte Eschweges in der Zeit des Nationalsozialismus zählten zu seinen besonderen Leistungen. „Eschwege ist jetzt eine Stadt, die sich traut, hinzuschauen.“ Für die Werra-Rundschau war er über zwei Jahrzehnte eine zuverlässige Quelle, wenn es darum ging, historische Zusammenhänge darzustellen.

Erfolge

Zahlreiche Publikationen gehen auf das Konto von Karl Kollmann. Er organisierte das Historische Stadtfest 1997. Aus diesem Fest ging der Sophiengarten hervor, den er fortan für die Verwaltung begleitete. Fünf Bildbände hat er über Eschwege herausgebracht, 20 Jahre lang organisierte er den Tag des offenen Denkmals in Eschwege. Höhepunkte waren Führungen zum unterirdischen Eschwege und Eschwege von oben. „Alles habe ich geschafft, weil ich mich immer auf meine Mitarbeiter verlassen konnte“, sagte Kollmann.

Zukunft

Seine Aufgaben hat er an Dr. Annika Spilker, die neue Leiterin des Stadtarchivs, übergeben. Einige Projekte hat er noch in petto, die er in seiner Freizeit umsetzen will. Es wird einen sechsten Bildband über Eschwege geben. Sein letztes Projekt, das Eschwege-Lexikon von Herbert Fritsche, will er im Internet der Öffentlichkeit zugänglich machen.

Kommentare