Auto Club Europa weist mit Zählung an Eschweger Kreuzung auf Gurtpflicht hin

Schauten nach, ob die Autoinsassen angeschnallt waren: (von links) Hans-Jürgen Gerlach, Uwe Völker, Dirk Umbach und Dieter Heuckeroth. Foto:  Rimbach

Eschwege. 717 Menschen haben die Kreuzung passiert, über 50 davon waren nicht angeschnallt: Das ist das Ergebnis einer einstündigen Zählung an einer Eschweger Kreuzung. Die hatte der Auto Club Europa in Auftrag gegeben.

Eschwege. Während die Mutter pflichtbewusst angeschnallt war und das Auto lenkte, saß das Kind ungesichert auf seinem Sitz: Solch skurrile Beobachtungen haben vier Männer Anfang der Woche an der Eschweger Kreuzung Reichensächser Straße/ Augustastraße gemacht. Sie haben, wie überall in Deutschland, zum 40-jährigen Bestehen der Gurtpflicht eine Stunde lang in die vorbeifahrenden Autos geschaut um nachzusehen, wie viele Menschen unangeschnallt im Auto sitzen.

Insgesamt aber, so sagen Uwe Völker (Regionalbeauftragter für Hessen vom Auto Club Europa), Hans-Jürgen Gerlach (Vorsitzender des ACE-Kreises Nordhessen-Ost), Dieter Heuckeroth (Beisitzer) und Dirk Umbach, stellvertretender Vorsitzender, seien die meisten Menschen angeschnallt gewesen: „Von 717 Fahrzeugen, die die Kreuzung in der einen Stunde passiert haben, waren 52 Fahrer und 76 Beifahrer nicht angeschnallt gewesen.“

Auffällig sei es gewesen, dass der Prozentsatz der Unangeschnallten vor allem bei Lkw-Fahrern sowie bei Fahrern in Sprintern und ähnlichen Fahrzeugen höher gewesen sei als bei normalen Autos. „Diese Beobachtung ist verwunderlich, da Berufskraftfahrer besser geschult sind und die Gefahren besser einschätzen können müssten“, sagt Völker. Außerdem fielen zwei Fahrer auf, die ihr Handy während der Fahrt ohne Freisprechanlage nutzten.

Im Vergleich zu anderen nordhessischen Städten schnitt Eschwege gut ab: 7,81 Prozent der Fahrer waren nicht angeschnallt, nur Fulda konnte mit 7,49 Prozent einen besseren Wert aufweisen. In Frankenberg beispielsweise errechnete sich ein Wert von 9,21 und in Korbach einer von 8,07 Prozent. In Fritzlar fuhren sogar 17 Prozent der beobachteten Fahrer unangeschnallt Auto.

Bei den Beifahrern ergab sich allerdings ein anderes Bild: Während in Fulda nur 1,26, in Korbach 3,25 und in Frankenberg 7,46 Prozent der Beifahrer nicht angeschnallt waren, lag dieser Wert in Eschwege bei 7,04 Prozent. Auch hier übertrumpfte nur wieder Fritzlar mit 24,2 Prozent.

Von Eden Sophie Rimbach

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