Nach mehr als 20 Jahren ist von 70 Kilometern etwa ein Zehntel freigegeben

Bau der A44: Die teuerste Autobahn der Welt

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Baustelle trifft auf Autobahn: Nahe dem kleinen Dorf Föhren (oben) ist eine Baustelle für den Tunnel Hirschhagen. Auch von der anderen Seite beim Helsaer Ortsteil Eschenstruth treiben Mineure die Autobahn 44 unterhalb des Hessisch Lichtenauer Ortsteils Hirschhagen durch den Berg.

Werra-Meißner. Als Projekt der Deutschen Einheit entstand 1991 die Idee vom Bau der Autobahn 44 zwischen Kassel und Eisenach. Im kommenden Herbst jährt sich die Öffnung der Grenze zum 25. Mal. Der Bau der A44 ist seither knapp sieben Kilometer weit vorangekommen.

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Zwischen Hessisch Lichtenau-West und -Ost rollt der Verkehr durch drei Tunnel. Zwei weitere entstehen derzeit: Der Tunnel Hirschhagen wird mit 4,2 Kilometern der zweitlängste Deutschlands. Kosten: 250 Millionen Euro. Ein paar Kilometer weiter rummst es gewaltig unter dem kleinen Meißner-Dorf Küchen. Mineure sprengen für den gleichnamigen Tunnel mit einer Länge von 1350 Metern. Die Küchener hören die Explosionen nicht nur, sie merken es auch. Einige Häuser haben bereits Risse.

Aller Voraussicht nach dürfte noch eine weitere Generation mit der wohl teuersten Autobahn der Welt beschäftigt sein. Die knapp 70 Kilometer sollen nach jetzigem Stand 1,8 Milliarden Euro kosten. Aber für den wohl schwierigsten Abschnitt im Lossetal von der A7 bis nach Helsa gibt es noch keine konkrete Planung.

Sobald diese vorliegt, sind Klagen von Umweltschützern zu erwarten. Gerichtsverfahren – meist angestrengt vom Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) – waren der wesentliche Grund, warum sich der Bau derart in die Länge gezogen hat. Bis in die höchste Instanz am Bundesverwaltungsgericht mussten sich Juristen mit den Lebensweisen von Gelbbauchunken und Kammmolchen befassen.

Mittlerweile gilt Baurecht auf allen anderen Abschnitten. Aber selbst dort, wo gebaut werden könnte, rollen die Bagger nicht. Die Arbeiten für acht der insgesamt 13 Tunnel haben noch gar nicht begonnen. Es ist auch eine Frage des Geldes, das vor allem aus dem Bundeshaushalt stammt.

Fotos: Der Bau der A44 aus der Vogelperspektive

Der Bau der A44 aus der Vogelperspektive

Von Claas Michaelis

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