Gesundheitsamt rät wegen Keimen dringend zum Abkochen

Bakterien belasten Eschweger Trinkwasser

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Eschwege. Das Eschweger Trinkwasser ist mit Keimen belastet. Das hat eine routinemäßige Untersuchung durch ein unabhängiges Labor ergeben. Betroffen sind die Kernstadt Eschwege und der Stadtteil Oberdünzebach.

Belastet ist das Wasser mit sogenannten E. coli-Bakterien. Diese gehören zu den häufigsten Verursachern von Infektionskrankheiten beim Menschen. Bislang sind in Eschwege aber keine durch das Bakterium hervorgerufenen Krankheitsfälle bekannt.

Aktualisiert um 17.45 Uhr

Die Verunreinigung wurde am vergangenen Mittwoch festgestellt. Da eine Prüfung aber nur alle drei Monate gesetzlich vorgeschrieben ist, lässt sich nicht sagen, seit wann das Wasser belastet ist. Bei der Probe, die am Aue-Brunnen entnommen wurde, wurde ein Wert von mehr als 200 E. coli pro 100 Milliliter gemessen. Der Grenzwert liegt bei null. Auch bei zwei weiteren Brunnen wurden Bakterien festgestellt.

Laut Stefan Rose vom Gesundheitsamt des Werra-Meißner-Kreises ist durch den starken Niederschlag in den vergangenen Wochen belastetes Oberflächenwasser in die Brunnen gelangt. Verhindert werden könne dies nicht, sagt Markus Lecke, Geschäftsführer der Eschweger Stadtwerke: „E. coli-Bakterien lassen sich nicht ohne Chemie ausfiltern.“

Die Brunnen sollen jetzt gespült und mit Chlor desinfiziert werden. Weil die Prüfung im Labor etwa 48 Stunden dauert, wird es etwa vier bis sechs Tage dauern, bevor es Entwarnung gibt. Das Gesundheitsamt empfiehlt, das Wasser abzukochen, wenn es zum Trinken, zur Zubereitung von Essen und zum Zähneputzen genutzt wird. Alle krankheitserregenden Mikroorganismen werden zerstört, wenn das Wasser mindestens drei Minuten gekocht hat, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadtwerke.

Von Lasse Deppe

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