Die Geschäftsstelle des Vereins „Aufwind“ ist ins sanierte Klages-Gebäude umgezogen

Barrierefrei zur Beratung

Frischer Wind in der Neustadt: Karin Vellmer, Claudia Muth und Silvia Michael vom Verein „Aufwind“ freuen sich über ihre neuen Büros in dem umgebauten, historischen Fabrikgebäude von 1910 auf dem ehemaligen Klages-Gelände in Eschwege. Foto: Weber

Eschwege. Noch hallt es etwas auf den langen Fluren. In den Büros werden Umzugskartons ausgepackt, und Möbel an die richtige Stelle gerückt. Kurz vor Weihnachten sind die Beratungsstellen, das betreute Wohnen, der Vorstand und die Geschäftsstelle des Vereins „Aufwind“ in das neu umgebaute Gebäude in die Neustadt 80 bis 86 gezogen. Telefone und Computer werden nun eingerichtet, damit am 2. Januar der Betrieb wie gewohnt aufgenommen werden kann.

Helle Räume: Susanne Reiss von der psychosozialen Kontakt- und Beratungsstelle hat sich schon eingerichtet. Foto: Weber

„Bisher befand sich unsere Geschäftsstelle in der Bremer Straße in einem sanierten Lohgerber-Haus, allerdings war es nicht behindertengerecht. Nur eine schmale Treppe führte bis in den fünften Stock hinauf“, sagt Claudia Muth, die vom Vorstand mit der Leitung des umfangreichen Bau- und Umzugsprojekts beauftragt wurde. „Neben den Mietkosten hätten wir eine große Summe aufwenden müssen, um das Gebäude barrierefrei umzubauen.“ Stattdessen suchte der Verein ein geeigneteres Gebäude und fand es auf dem ehemaligen Klages-Gelände in der Eschweger Neustadt. Das zentrale, historische Fabrikgebäude aus dem Jahr 1910 stand lange Zeit leer. Die Stadt Eschwege förderte den Umbau mit 600 000 Euro aus Mitteln des Stadtumbauprogramms der Städtebauförderung, um die brachliegenden Gebäude gegenüber der Neustädter Kirche wieder mit Leben zu füllen.

Zur Straße hin wurden die zugemauerten Fenster wieder geöffnet und im Inneren moderne Büros für 25 Mitarbeiter errichtet. Insgesamt beliefen sich die Kosten auf 1,6 Millionen Euro, an denen sich auch das Landesdenkmalamt mit 30 000 Euro beteiligte, um den historischen Kammputz der Fassade zu erhalten.

Während der Vorstand und die Verwaltung nun im ersten Stock sitzen, sind die Beratungsstellen und die Büros des betreuten Wohnens im Erdgeschoss zu finden. Susanne Reiss von der psychosozialen Kontakt- und Beratungsstelle, die im Jahr rund 650 Beratungsgespräche führt, sucht noch die richtige Position für ihren Schreibtisch. „Die Räume sind nun großzügiger, und durch die großen Fenster kommt viel Licht herein. So fühlt man sich gleich wohl“, schwärmt sie. Die steile Treppe vermissen die Mitarbeiter auch nicht, stattdessen gibt es jetzt einen Fahrstuhl, damit die obere Etage auch mit dem Rollstuhl zu erreichen ist.

Neben der psychosozialen Kontakt- und Beratungsstelle, nimmt ab dem 2. Januar auch der Integrationsfachdienst, in dem Thomas Reimmann Menschen mit Behinderung zu Fragen im Arbeitsleben berät, seine Sprechzeiten auf. Bei der psychosozialen Familienhilfe können Familien mit mindestens einem minderjährigen Kind, in denen eine psychische Erkrankung bei einem Elternteil vorliegt, Hilfe und Beratung finden. Das betreute Wohnen schließlich bietet Menschen mit psychischer Erkrankung sozialarbeiterische Hilfe zur Bewältigung des Alltags an.

Geöffnet ist die neue Geschäfts- und Beratungsstelle täglich von 8 bis 16 Uhr.

Von Kristin Weber

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