Kreisbauernverband: Landwirte der Region profitieren dennoch

Bauern bekommen weniger EU-Zuschüsse

Werra-Meißner. Landwirte im Kreis müssen sich für das kommende Jahr auf Kürzungen ihrer Zuschüsse um etwa eine Million Euro einstellen.

Die Agrarminister der Bundesländer hatten beschlossen, einen Teil der Direktzahlungen in die Förderung des ländlichen Raumes umzuschichten. Langfristig werden die Landwirte der Region aber von den neuen Regelungen profitieren, sagt Uwe Roth, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes.

Die EU-Agrarförderung verteilt sich auf zwei Säulen. Aus der ersten gehen die Direktzahlungen hervor, die laut Kreissprecher Jörg Klinge pauschal um 8,8 Prozent gekürzt wurden. Wegen der bundesweiten Angleichung der Flächenprämie bis 2019 gebe es ab diesem Zeitpunkt aber deutlich mehr Geld für die Landwirte im Kreis, erklärt Uwe Roth. Diese lag in Hessen bisher weit unter Bundesdurchschnitt.

Zudem wurden Zusatzzahlungen für Junglandwirte und die ersten 46 Hektar Land vereinbart. Das komme der kleinbäuerlichen Struktur im Kreis entgegen, sagt Roth. Allerdings reiche die Zahlung nicht als Anreiz, um einen Betrieb in die nächste Generation übergeben zu können. Jährlich schrumpfe die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe im Kreis um etwa drei Prozent.

Darüber hinaus findet eine Umschichtung von 4,5 Prozent der Fördergelder in die zweite Säule – die Förderung ländlicher Entwicklung und Umweltprojekte – statt. Uwe Roth ist zuversichtlich, dass Landwirte vor Ort davon profitieren werden. Falls Unterstützung wegfalle, betreffe das zuerst Projekte wie Flughäfen, in die ebenfalls Agrargeld fließe.

Hans-Jürgen Müller von der Vereinigung ökologischer Landbau Hessen ist hingegen enttäuscht von der Reform. Dass die EU einen Teil der Direktzahlungen an erweiterte Umweltmaßnahmen knüpft, reiche nicht aus. Er fordert, sämtliche Zahlungen an Landwirte an Bedingungen wie Umweltschutz und Nachhaltigkeit zu binden.

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