Sexuelle Misshandlung: Gutachten angezweifelt

Befangenheitsantrag unterbricht Prozess

Eschwege. Der Prozess wegen Verdachts des sexuellen Missbrauchs eines Kindes gegen einen 46-jährigen Mann aus dem Werra-Meißner-Kreis ist gestern vom Jugendschöffengericht am Amtsgericht Eschwege vertagt worden.

Am Ende der Beweisaufnahme, inklusive des vermeintlichen Opfers wurden vier Zeugen vernommen und ein Gutachter gehört, hat die Verteidigung einen Befangenheitsantrag gegen den Gutachter gestellt. Der Experte habe von der Rechtsprechung aufgestellte Regeln ignoriert und dafür Aspekte berücksichtigt, die für den Fall nicht relevant seien, so die Begründung. Der Angeklagte hat die Aussage verweigert und während der Vernehmung der Tochter und Mutter war die Öffentlichkeit ausgeschlossen.

Vorgeworfen wird dem Angeklagten, zwischen 1999 und 2003 an der damals sechs bis neun Jahre alten Tochter seiner Freundin beischlafähnliche sexuelle Handlungen vorgenommen zu haben. Die Zeugin ist zwar heute schon 19 Jahre alt, aber dennoch war das Jugendschöffengericht als Jugendschutzgericht zuständig. Die Hauptverhandlung findet erst jetzt statt, weil sich die Zeugin erst 2009 gemeldet hatte, dann eine psychische Labilität attestiert wurde und ein Glaubwürdigkeitsgutachten erstellt worden ist. Fortsetzung der Verhandlung ist am 27. Februar.

Von Helmut Mayer

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