Begegnungsstätte für Einheimische und Flüchtlinge eröffnet Mittwochabend

Treffpunkt für Einheimische und Flüchtlinge: Karl Montag, Hartmut Adam, Wilfried Schreiber, Reiner Brill und Aylin Abhau (von links) stellen die Begegnungsstätte am Hospitalplatz in Eschwege vor. Eschweger und Neubürger können sich von heute an in der Einrichtung am Hospitalplatz treffen. Darüber hinaus gibt unterschiedliche Beratungsangebote für Flüchtlinge. Foto: Sagawe

Eschwege. In den Räumen des früheren Café Plüsch sollen sich Menschen aus unterschiedlichen Kulturen treffen und kennenlernen können. Für Ersten Stadtrat Reiner Brill ist die Begegnungsstätte am Hospitalplatz in Eschwege „so etwas wie ein Kristallisationskern für Integration".

Projektkoordinator Wilfried Schreiber sieht in dem neuen Angebot „einen Ort der Begegnung, Beratung und Bildung“. Flüchtlinge und Einheimische sind eingeladen, die Einrichtung mit dem Namen Diversity (auf deutsch: Vielfalt) zu besuchen.

Sozialdezernent Reiner Brill und Wilfried Schreiber präsentierten die Begegnungsstätte gestern gemeinsam mit Aylin Abhau und Karl Montag, die die ehrenamtliche Arbeit koordinieren, sowie Sozialamtsleiter Hartmut Adam. Heute Abend wird Eröffnung gefeiert. Ab 19.30 Uhr sind Einheimische und Flüchtlinge zu dem Fest eingeladen.

Hinter dem Angebot der zwanglosen Begegnung mit niedrigschwelligem Zugang steht ein Konzept. Beratung der Neubürger ist ein Bestandteil. Bleiberecht und Arbeitsmöglichkeiten gehören ebenso zu den Inhalten wie die Information über die Gesellschaftsstruktur und Verhaltensregeln. Die Besucher können an Workshops teilnehmen, Theater und Musik werden ebenfalls angeboten. In einer eigens eingerichteten Küche besteht die Möglichkeit, gemeinsame Mahlzeiten vorzubereiten.

„Und“, sagt Brill, „die Begegnungsstätte kann dazu beitragen, dass die Flüchtlinge zu einer Tagesstruktur abseits der Gemeinschaftsunterkünfte finden.“ Geöffnet ist an sechs Tagen der Woche. Montag wird voraussichtlich ein spezielles Programm nur für Frauen angeboten. Dienstags und donnerstags ist von 10 bis 13 Uhr, mittwochs, freitags und samstags zwischen 14 und 18 Uhr geöffnet.

Neben den regulären Öffnungszeiten sind unregelmäßig Abendveranstaltungen geplant. Für Hausaufgabenhilfe und Sprachunterricht werden weitere Helfer gesucht.

Das Projekt ist auf zunächst ein Jahr angelegt. Beweist sich der angenommene Bedarf, kann verlängert werden. Die Kosten werden von der Stadt Eschwege aus den Mitteln des Landes für die Flüchtlingsbetreuung bestritten. 77 000 Euro hat Eschwege dafür bekommen. „Ein wesentlicher Teil davon fließt in das Projekt“, sagt Sozialamtsleiter Adam.

Knapp 500 Flüchtlinge aus ganz unterschiedlichen Herkunftsländern leben zurzeit in Eschwege in sechs Gemeinschaftsunterkünften beziehungsweise in Wohnungen. Weitere 1000 Eschweger haben Migrationshintergrund.

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