Besichtigung der Brauerei: In fünf Schritten von Wasser, Hopfen und Malz zum Bier

Zurück im Wohnzimmer: Nach 25 Jahren bei der Werra-Rundschau kehrt der Brauer und Mälzer Harald Triller zur Klosterbrauerei (hier das Sudhaus) zurück. Als Klosterbruder Harry führt er jetzt Besuchergruppen durch die Anlagen und erklärt die Produktion. Foto: Stück

Vor 500 Jahren wurde das Reinheitsgebot erlassen, nach dem deutsche Brauereien heute noch Bier herstellen. Zwei bayerische Herzoge hatten 1516 eine Verordnung erlassen, um schlechtes Bier zu verhindern. Zum Jubiläum haben wir uns von Klosterbruder Harry durch die Eschweger Klosterbrauerei führen lassen.

Die Führung beginnt in seinem Wohnzimmer. Rund elf Jahre war Klosterbruder Harry, wie sich die Figur nennt, die die Besucher durch die Produktionsstätte der Eschweger Klosterbrauerei führt, im Sudhaus der Brauerei als Brauer und Mälzer für den Geschmack des Bieres zuständig. „Was ich hier versaubeutelt habe, konnte keiner meiner Kollegen bei den folgenden Produktionsschritten wieder gutmachen“, beschreibt er in der Retrospektive seinen Job. Heute ist Harald Triller, wie Klosterbruder Harry wirklich heißt, im Ruhestand und vermittelt den Besuchern bei den beliebten Brauereibesichtigungen mit viel Fachwissen und einer ordentlichen Prise Humor die Kunst des Brauens.

1. Sudhaus:  Im „Herz der Brauerei“, die auf dem Gelände des ehemaligen Eschweger Augustiner-Klosters in der Eschweger Innenstadt das Bier produziert, wird die Würze produziert. Sie prägt den Geschmack des späteren Bieres. Hopfen, die „Seele des Bieres“ kommt dazu. Sorte und Menge des Hopfens steuern Geschmack und Haltbarkeit des Biers. Mehr Hopfen ergibt eine längere Lagerfähigkeit und einen herben, bitteren Geschmack des Bieres.

2. Gärkeller: Die Zugabe der Hefe erfolgt, sobald die Würze die notwendige Temperatur erreicht hat. Die Hefe sorgt für den Gärprozess: In großen Gärtanks in kühlen und dunklen Gärkellern wird der Zucker in der Würze innerhalb von fünf bis acht Tagen zu Alkohol (Ethanol) vergoren. Nach rund einer Woche entsteht das sogenannte Jungbier.

3. Lagerkeller:  Das Jungbier wird anschließend in Lagertanks geschlaucht. Hier wird nachgegoren. Vier bis sechs Wochen lagert das Eschweger Bier bei 0 Grad Celsius in den Tanks, bis es seinen endgültigen Geschmack erreicht. Anschließend wird das Bier gefiltert.

4. Abfüllung: Das Eschweger Bier wird in Flaschen und sogenannte KEG-Fässer abgefüllt. 75 Prozent geht in Flaschen in den Handel, 25 Prozent wird über die Wirte in der Gastronomie ausgeschenkt. 24 000 Flaschen schafft die Abfüllanlage pro Stunde.

5. Verkostung: Nachdem Klosterbruder Harry innerhalb von einer Stunde den Besuchern die Kunst des Bierbrauens und die Philosophie der Eschweger Klosterbrauerei, die auf den regionalen Wirtschaftskreislauf setzt, nähergebracht hat, führt er die Gesellschaft in die Klosterkapelle. Hier werden die Gäste mit Ahler Wurscht, frischem Brot und Klosterbier verköstigt.

Service

Die Klosterbrauerei bietet zwei verschiedene Brauereiführungen an:

1. Erlebnis-Brauereiführung am Vormittag mit dem Blick in den Klosterkeller.

Anmledung: Tourist-Information (05651/331985)

Preis: 6,50 Euro pro Person

Mindestteilnehmerzahl: 10

2. Brauereibesichtigung am Nachmittag mit Abschluss

Anmeldung: Günter Pippert und Henrik Stelzner (0 56 51/3 07 30)

Preis: Zwölf Euro (Imbiss und Getränke) pro Person.

Zeit: Oktober bis März, Montag, Mittwoch, Donnerstag.

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