Betrug in 73 Fällen: 180.000 Euro nicht an Sozialkasse abgeführt

Eschwege. Um fast 180.000 Euro hat ein Ehepaar aus dem Werra-Meißner-Kreis die Sozialversicherung betrogen. Die Angeklagten zeigten sich am ersten Prozesstag geständig.

Der 55-jährige Mann und seine 47 Jahre alte Ehefrau, die ein Transportunternehmen betrieben, gaben gestern in Eschwege vor dem Schöffengericht zu, zwischen Januar 2009 und Juni 2012 in 73 Fällen Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträge in der genannten Höhe nicht abgeführt zu haben.

Zuvor hatten sich die prozessbeteiligten Parteien hinter verschlossenen Türen darauf geeinigt, dass das Strafmaß einen Rahmen von einem Jahr und sechs Monaten nicht überschreitet. Voraussetzung: Die beiden Angeklagten sagen umfänglich aus, und im Laufe des Verfahrens ergeben sich keine neuen Erkenntnisse, die eine Bewährungsstrafe im vereinbarten Umfang ausschließen.

Nach der Einlassung des Ehepaares verzichtete das Gericht unter Vorsitz von Amtsgerichtsdirektor Dr. Alexander Wachter auf die Aussagen eines großen Teils der vierzig geladenen Zeugen. Dabei handelt es sich in erster Linie um frühere Beschäftigte des Unternehmens. Der Prozess wird am kommenden Dienstag fortgesetzt. Dann werden Ermittler des Zolls sowie Vertreter der Sozialversicherungsträger gehört.

In einem weiteren Verfahren ermitteln die Finanzbehörden gegen das Ehepaar, das auch im Verdacht steht, Steuern in Höhe von etwa 200.000 Euro hinterzogen zu haben.

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