Angeklagter hat 52 000 Euro aus Sparfächern veruntreut

Bewährungsstrafe: Ein Jahr Haft für Zille-Wirt

Eschwege. Zu einem Jahr Freiheitsstrafe auf Bewährung hat das Schöffengericht in Eschwege am Dienstag Zille-Wirt Michael Stahlhut verurteilt. Das Gericht unter Vorsitz von Amtsgerichtsdirektor Dr. Alexander Wachter befand den Angeklagten der Untreue in vier Fällen für schuldig.

Stahlhut, Inhaber der Kneipe in der Eschweger Innenstadt und Vorstandsmitglied im Sparclub des Gasthauses, hatte im Jahr 2015 insgesamt fast 52.000 Euro aus den Einlagen der Clubmitglieder veruntreut. Das Geld verwendete der Wirt zum Stopfen eigener Finanzlöcher. Kurz bevor die Straftat Ende November 2015 aufgeflogen wäre, erstattete er Selbstanzeige bei der Polizei. Inzwischen hat Stahlhut den Schaden komplett reguliert. Er hat alle geschädigten Sparclubmitglieder entschädigt. 

Diese Selbstanzeige, die restlose Wiedergutmachung, die Kooperation mit der Polizei bei der Aufklärung, die bisherige Straffreiheit Stahlhuts sowie dessen schwierige gesundheitliche Situation führte das Gericht als Gründe für die relativ milde Strafe an. Der gesetzliche Rahmen sieht für Untreue Geldstrafe oder Haftstrafe bis zu fünf Jahre vor. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten gefordert, Verteidiger Dr. Kevin Faber schloss sein Plädoyer ohne eigenen Antrag. Strafverschärfend, so Dr. Alexander Wachter, müsse die Schadenshöhe berücksichtigt werden. 

Auch der relativ lange Tatzeitraum von fast einem Jahr wirke sich negativ aus. Und schließlich habe Stahlhut seine besondere Vertrauensstellung als Kassierer des Sparclubs und in ihn persönlich gesetztes Vertrauen missbraucht. Ursache allen Übels war nach Einlassung des Angeklagten eine Finanzamtsprüfung 2013 und in der Folge eine hohe Steuernachzahlung. Irgendwann habe er seinen finanziellen Verpflichtungen aus laufenden Einnahmen nicht mehr nachkommen können.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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