Die Betriebskrankenkasse im Werra-Meißner-Kreis hat für 2011 eine gute Bilanz

„BKK ist absolut gesund“

BKK-Werra-Meissner-Vorstand Ernst-Dieter Mäurer ist sehr zufrieden mit der Bilanz von 2011. Auf unserem Bild ist er bei seiner Festrede zum 50-jährigen Bestehen der Betriebskrankenkasse im Sommer 2011 zu sehen. Archivfoto: Schäfer

Eschwege. Die BKK Werra-Meissner zieht eine positive Bilanz für 2011: Zwar gab es Mehrausgaben, aber alles in allem konnte der Gewinn gesteigert werden - genauso wie die Versichertenzahlen. „Wir haben im Jahresdurchschnitt über 1000 Versicherte dazugewonnen“, sagt der Vorstand Ernst-Dieter Mäurer. Nun hat die Betriebskrankenkasse 35 520 Mitglieder. „Wir sind sehr zufrieden - die BKK ist absolut gesund“, sagt Mäurer.

Alles in allem sind die Ausgaben zwar mit 4,7 Millionen um 7,5 Prozent angestiegen, dem würde aber ein Mitgliederzuwachs von drei Prozent gegenüberstehen, erklärt Mäurer. So komme man auf ein gutes Überschussergebnis von knapp einer Million. „Das ist ein Zuwachs von 400 000 Euro gegenüber dem Jahr 2010“, sagt Mäurer.

„Knapp die Hälfte unserer Versicherten nutzt das Hausarztmodell.“

Ernst-Dieter Mäurer

Die Mehrausgaben würden dabei teilweise auf den demografischen Entwicklungen im Werra-Meißner-Kreis beruhen: So seien beispielsweise die Kosten für Mutterschaft gegenüber 2010 um 20 Prozent auf 2,4 Millionen Euro gestiegen. „Wir freuen uns dabei natürlich über den Anstieg der Geburten“, sagt Mäurer. Aber auch die älter werdende Bevölkerung brauche einen größeren Bedarf an Fahrtkosten, dieser ist um knapp 19 Prozent auf 1,7 Millionen Euro gestiegen, sowie Heil- und Hilfsmitteln, deren Anteil an den Ausgaben um 17 Prozent auf etwa vier Millionen Euro gestiegen ist. Die größten Ausgaben blieben die Krankenhausbehandlungen mit 20 Millionen Euro, die ärztlichen Behandlungen mit zwölf Millionen Euro sowie die Ausgaben für Arzneien mit rund elf Millionen Euro. Trotz des guten Überschusses soll es aber zunächst keine Sonderprämien für die Mitglieder geben, so wie es Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) von den gesetzlichen Krankenkassen fordert. „Davon profitieren nur die Finanzämter, denn die Geldprämien müssen ja versteuert werden“, sagt Mäurer. Davon hätten die Versicherten dann nichts.

Mäurer hält es lieber mit verdeckten Prämien, von denen die Mitglieder direkt profitieren. So garantiert die BKK Werra-Meißner, dass es bis 2014 keine Zusatzbeiträge gibt, zudem bietet sie noch das Hausarztmodell, das die meisten anderen Kassen bereits wieder abgeschafft haben.

„Darin sind wir sehr erfolgreich, knapp 50 Prozent unserer Versicherten nutzen dieses Modell, bei dem sie sich an den Hausarzt binden und dafür die Praxisgebühr nicht zahlen müssen“, sagt Mäurer. Zum Vergleich gibt er an, dass im Durchschnitt aller hessischen Betriebskrankenkassen nur 18 Prozent der Versicherten diesen Service nutzen. „Insgesamt kostet uns das 700 000 Euro, eine Menge Geld, auf das wir dadurch verzichten“, sagt Mäurer.

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Von Diana Rissmann

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