Blut und Tränen auf der Bühne

E-Werk: Englisches Ensemble zeigt Shakespeares Richard II.

Gastiert in seiner Heimatstadt: Der gebürtig aus Eschwege stammende Schauspieler Mark-Steffen Burghagen präsentiert mit Mitgliedern des britischen Bronzehead Theatre Shakespears Richard II. Foto: privat

Eschwege. Richard II. ist eines der packendsten Königsdramen von William Shakespeare – voller blutiger Intrigen, hinterhältigen Tätern und meist gar nicht so unschuldigen Opfern.

Wenn die Tragödie vom 22. bis 25. April im E-Werk Eschwege mit der Unterstützung des Jungen Theaters Eschwege zur Aufführung kommt, lässt dies in dreifacher Hinsicht aufhorchen: Zum einen wird das Werk in der englischen Originalsprache inszeniert, zum anderen kehrt der jetzt in Großbritannien lebende und arbeitende Eschweger Schauspieler Mark-Steffen Burghagen mit dieser Produktion in seine Heimatstadt zurück. Schließlich markiert das Eschweger Shakespeare-Wochenende den 400. Todestag des großen englischen Schriftstellers, der am 16. April 1616 gestorben war.

„Jetzt freue ich mich darauf, meine Leidenschaft zu Shakespeare mit den Theaterfreunden meiner Heimatstadt zu teilen.“

Burghagen, der in Eschwege eher als Steff Burghagen bekannt ist, spielt in der Eschweger Inszenierung die Rolle Richards II. Burghagens Schauspielkarriere begann beim Jungen Theater Eschwege. Nach Stationen in Aachen, Köln und London arbeitet er heute als Schauspieler und Musiker in York. Im November 2014 war er in der BBC-Serie „The Passing Bells“ zu sehen, in der er einen deutschen Soldaten aus dem ersten Weltkrieg spielte. Burghagen: „Jetzt freue ich mich darauf, meine Leidenschaft zu Shakespeare mit den Theaterfreunden meiner Heimatstadt zu teilen.“

Mit ihm kommen die zehn Mitglieder des britischen Bronzehead Theatre. Unterstützt werden Schauspieler und Crew von Sebastian und Karin Perels vom Jungen Theater Eschwege, die als Produzent und Bühnenausstatterin fungieren. „Eine Intension der Inszenierung ist es, den Menschen in und um Eschwege die Sprache Shakespeares im Original nahezubringen“, sagt Sebastian Perels. Deshalb sei die Produktion auch für Schüler der Mittel- und Oberstufen interessant.

Mit einer weiteren Besonderheit wartet das Bühnenbild auf: Das E-Werk wird in eine Gartenlandschaft verwandelt, in deren Mitte die Tragödie spielt. Die Zuschauer verfolgen die Inszenierung von zwei Seiten. „Unsere Aufführungen in Eschwege beleben eine jahrhundertealte Tradition des englischen Theaters in Deutschland wieder“, sagt Burghagen. Zwischen den Jahren 1592 und 1613 unterhielt Landgraf Moritz von Hessen, der ein großer Freund und Förderer von Musik und Theater war, eine aktive Beziehung mit dem englischen Hof und lud regelmäßig englische Theatertruppen nach Hessen ein. Burghagen: „Wir freuen uns, dass wir dank des Jungen Theaters Eschwege diese Tradition nach 400 Jahren fortsetzen dürfen.“

• Aufführungen gibt es am Freitag, 22. April, am Samstag, 23. April sowie am Sonntag, 24. April, jeweils um 20 Uhr. Karten gibt es im Vorverkauf bei www.kultur-eschwege.de und den bekannten Vorverkaufsstellen.

Für Schulen gibt es eine Vorstellung am Montag, 25. April, um 10 Uhr. Informationen und Reservierung unter info@junges-theater-eschwege.de. (red/dir)

Kommentare