Jedes Jahr entstehen an Silvester bundesweit Schäden in zweistelliger Millionenhöhe

Böllern mit Augenmaß

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Damit die freudige Böllerei wie hier beim Feuerwerk am Eschweger Nikolaiturm zu einer Augenweide wird und nicht stattdessen ins Auge geht, gilt es einiges zu beachten.

Werra-Meißner. Am Freitag ist es so weit: Der Verkauf von Feuerwerkskörpern beginnt. Bis Montag, 14 Uhr, haben dann Hobbypyrotechniker, die älter als 18 Jahre sind, die Möglichkeit, Kleinfeuerwerk der Kategorie 2 zu erwerben. Kunden, die das zwölfte Lebensjahr erreicht haben, können Kleinstfeuerwerk der Kategorie 1 kaufen.

Dass der laute und farbenfrohe Böllerspaß auch eine negative Kehrseite haben kann, vergessen dabei jedoch viele. „Die meisten Unfälle und Schäden passieren in der Silvesternacht“, weiß Ulrich Zander, Vizepräsident im Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute, der Beschädigungen durch Feuerwerkskörper im Wert von 32 Millionen Euro verzeichnet. Für den Großteil der angerichteten Schäden kämen die Versicherungen auf. „Doch wenn das Missgeschick aus einer gefährlichen oder gar vorsätzlichen Betätigung stammt, kann der Übeltäter selbst zur Kasse gebeten werden“, erklärt Zander. Je nach Größe und Umfang des Schadens sei es notwendig, eine Anzeige bei der Polizei zu erstatten. Auch sei es wichtig, dem Versicherungskaufmann den Schaden innerhalb einer Woche zu melden, denn aus selbst abgeschlossenen Versicherungen komme meist schneller und mehr Geld, nämlich der Wiederbeschaffungswert, als von der Haftpflichtversicherung des Verursachers, die nur den Zeitwert erstatte. Anders als bei Sachschäden, wird es bei Verletzungen und bleibenden körperlichen Schäden teuer. „Sobald ein Täter ermittelt wird, versuchen die Versicherungen sich dort die Zahlungen zurückzuholen. Wird eine Schädigungsabsicht oder Umgang mit nicht silvesterüblichen Knallern nachgewiesen, verweigert die Haftpflicht die Zahlung und der Täter wird selbst zur Kasse gebeten“, warnt Zander.

Von Gudrun Skupio

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