Bratwurst für die Promis

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Küchenchef: Timm Siechtermann und sein Team servieren Künstlern, Mitarbeitern und VIP während des Open Flair rund 6000 Essen. Die Küchencrew läuft während des Festivals zur Höchstform auf. Foto: Sagawe

Eschwege. In dem 20-Liter-Topf gart die Rote Grütze. Daneben köchelt die Pasta-Soße. Küchenchef Timm Siechtermann und sein Team sind für die heiße Schlacht am kalten Büfett gewappnet. 6000 Essen bereitet der 37-Jährige während des Open Flairs zu. „Ohne meine Frau und die anderen Kollegen würde das nicht funktionieren“, betont Timm. Zum Cateringteam gehören acht ständige Mitarbeiter und rund fünfzig Helfer, die stundenweise eingesetzt werden.

Bekocht werden Künstler, VIP und die Mitarbeiter. Arbeitsbeginn ist um 7 Uhr, Schichtende selten vor Mitternacht. Timm, im richtigen Leben Koch beim Kasseler Studentenwerk und beim Open Flair seit 2001 dabei, ist selbst Punk-Rock-Fan. Welche Shows er sich in diesem Jahr ansehen möchte? „Ich nehme mir da schon gar nichts mehr vor“, antwortet er, „wenn es mal passt, ist das okay, aber planen kannst du das nicht.“ Das letzte Mal sei er beim Auftritt der Ärzte auf dem Platz gewesen. Das war 2008.

Den Künstlern wird zwischen 8 und 12 Uhr Frühstück serviert, ab 12 Uhr gibt es warmes Essen am Büfett. Die VIP bekommen belegte Brötchen, Snacks und in diesem Jahr zum ersten Mal auch das Eschweger Nationalgericht: Bratwurst. 650 Kilogramm Fleisch verarbeiten Siechtermann und seine Leute während der fünf Festivaltage. Hähnchenbrust in scharfer Kokossoße ist bei den Künstlern besonders beliebt, Gyros und die unterschiedlichen Pastagerichte sind weitere Renner. Ganz groß im Kommen seien orientalische Rezepte, beispielsweise Couscous-Pfanne, erzählt Timm. Natürlich ist auch für die Fans fleischloser Küche ein breites Angebot auf der Speisekarte.

Vegetarisch und vegan sind angesagt. Allein 120 Kilogramm Nudeln, 60 Kilogramm Reis und 120 Liter Soßen gehen über den Küchentresen; dazu jede Menge frisches Gemüse, Salat und Obst. Hinter der Hauptbühne ist eine komplette Küche aufgebaut. Elektro- und Gasherd mit fünf Flammen, zwei Großpfannen mit jeweils 35 Litern Fassungsvermögen für Soßen und Geschnetzeltes sowie zwei Kühl-Lkw gehören zum Equipment.

Von Harald Sagawe

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