Haft- und Bewährungstrafen für Einbruchsserie

Brüder als Diebestrio verurteilt

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Eschwege. Zwei Brüder aus Witzenhausen und einer aus Spangenberg im Alter von 25, 26 und 30 Jahren sind gestern vom Schöffengericht am Amtsgericht Eschwege wegen wechselweise einzeln oder gemeinschaftlich begangener Einbruchsdiebstähle von Februar bis Juli 2011 verurteilt worden.

Einer geht für drei Jahre und acht Monate in Haft, die beiden anderen haben auf ihre jeweils zwei Jahre Bewährung erhalten.

Zur Last gelegt wurde dem Trio eine neunteilige Einbruchsserie, die sich über Hessisch Lichtenau, Sontra, Lohfelden, Großalmerode, Witzenhausen, Eschwege und Braunschweig erstreckte. Schmuck, Bargeld und sonstiges Beutegut haben einen Gesamtschaden von 73 000 Euro, die Einzelfälle bewegen sich zwischen 300 und 26 000 Euro.

Der eine ist arbeitslos, der zweite bekommt angeblich demnächst einen Job, der Dritte hat einen seit November 2012. Gemeinsam zeichnet die drei Brüder nach eigenen Aussagen eine chronische Geldknappheit aus, weshalb sie „einen Haufen Geld auf die Schnelle“ machen wollten.

Streit mit Frau oder Freundin, Hadern mit der „Gesamtsituation des Lebens“, Drogen und Spielsucht wurden als Auslöser für die meist spontanen Einbrüche genannt.

In unterschiedlicher Besetzung - mal allein, mal als Duo oder Trio unter Brüdern oder auch mit externen Helfern, deren Namen nicht preisgegeben wurden - haben sie zugeschlagen. Die klassische Grundausrüstung, Handschuhe und Schraubenzieher aus dem Baumarkt, hatten sie immer am Mann oder im Auto dabei.

16 Zeugen waren vorgesehen, die nicht alle gehört werden mussten, weil die Brüder weitgehend geständig waren bis auf Kleinigkeiten. Die wurden beispielsweise durch DNA-Beweise nachgewiesen, die eine Wahrscheinlichkeit von 99,999999 Prozent haben, wie aus einem Gutachten hervorging. Demnach gehören die Täter zur „europäischen Bevölkerung mit kaukasischer Abstammung“.

Auch die geschätzte Schadenshöhe wurde stellenweise abgestritten („das kommt hinten und vorn nicht hin“), aber weil der Verkaufserlös von Schmuck in der Regel niedriger sei als der tatsächliche Wert, mussten sie sich die geschätzte Schadenssumme anrechnen lassen. Deren Höhe sollte beim Strafmaß Berücksichtigung finden, forderte die Staatsanwältin, die gern das komplette Trio hinter Gitter gesehen hätte. Sie plädierte beim Haupttäter auf vier Jahre, die Höchststrafe am Amtsgericht, bei den beiden anderen jeweils auf zwei Jahre und sechs Monate. Das geht nicht mehr zur Bewährung, da ist bei zwei Jahren Schluss.

Die Verteidiger gingen mit der Anklage größtenteils konform. Einer mahnte an, die Schadenshöhe mit Vorsicht zu genießen, der andere sah in seinem Mandanten „das Produkt schlechter Umgebung“.

Von der Polizei längst ins Visier genommen, sollte das Trio auf frischer Tat geschnappt werden. Das war der Fall am 7. Juli 2011 in Braunschweig. Hier blieb es zwar beim Einbruchsversuch, aber zur Festnahme langte es.

Der Eschweger Geschädigte verließ enttäuscht den Saal.

Von Helmut Mayer

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