Den Büchereien im Landkreis fehlt Geld

Werra-Meißner. Die Anzahl der öffentlichen Bibliotheken ist seit 2006 von 22 auf 15 im vergangenen Jahr zurückgegangen.

Wie in ganz Hessen sind auch im Werra-Meißner-Kreis Büchereien laut dem deutschem Bibliotheksverband stark gefährdet, weil die Finanzierung fehlt. 13 der 15 Einrichtungen werden ehren- oder nebenamtlich geführt.

Nur zwei Kommunen leisten sich hauptamtliche Mitarbeiter: Eschwege und Witzenhausen. Sie haben auch die größten Bestände: Die Stadtbibliothek Eschwege verfügt über rund 30 000 bei einem Budget von 23 500 Euro pro Jahr. Die Ernst-Koch-Bücherei Witzenhausen hat 20 000 bei 21 500 Euro. Zum Vergleich: In der nebenamtlich geführten Schul- und Stadtbücherei Großalmerode stehen etwa 11 000 Medien zur Ausleihe bereit (mit 7000 Euro), die die Schule für Freizeitangebote und die Bücherei zur Verfügung hat. Hessisch Lichtenau hat 6800 Medien. Die Stadt trägt hier jährlich rund 3500 Euro.

Auch wenn die Ausleihzahlen in allen vier Büchereien konstant geblieben sind, ist das Geld oft knapp. Hessisch Lichtenau und Großalmerode benötigen einen Förderverein, um Neuanschaffungen zu finanzieren. „Mit dem Geld der Stadt, des Fördervereins und der Schule sind keine großen Sprünge möglich“, erklärt Petra Köhrich, Mitarbeiterin der Schul- und Stadtbücherei Großalmerode. Gertrud Orth beschreibt die Mittel der Bücherei Hessisch Lichtenau als ausreichend: „Wir sind zufrieden.“ Jedoch betont sie, dass Leser am liebsten zu Neuerscheinungen griffen und diese nur durch den Förderverein und private Sponsoren angeschafft werden könnten. Digitale Medien wie DVDs oder gar E-Books könne sich die Bücherei nicht leisten.

Eschwege als größte Einrichtung im Kreis schafft es laut Leiterin Judith Rode nicht, den Bestand aktuell zu halten. Zwar habe man digitale Medien im Angebot, müsse aber Abstriche bei Sachbüchern machen. (mgo)

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