Hoffnung auf Salzpipeline

BUND und BI Rettet die Werra kämpfen für eine salzfreien Fluss

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Protest: Der BUND und die Bürgerinitiative Rettet die Werra protestieren gegen die Salzeinleitung. Mit dabei: (vorn, von links) die Landtagsabgeordnete Sigrid Erfurt, Bürgermeister Frank Hix und der Landtagsabgeordnete Dirk Landau.

Eschwege. Wenn die Werra durch Eschwege fließt, ist sie mit 2500 Milligramm Salz pro Liter belastet. Für einen Süßwasserfluss ist das ein deutlich zu hoher Wert. „Im Grunde ist die Werra damit tot“, sagt Wolf von Bützingslöwen vom BUND.

 „Nur dort, wo andere Gewässer in den Fluss einmünden, tritt phasenweise noch Leben auf.“ Damit die Verschmutzung endet, hat der BUND zusammen mit der Bürgerinitiative Rettet die Werra bereits zum fünften Mal zur Kundgebung mit anschließender Kanutour von Eschwege nach Kleinvach aufgerufen. Denn verantwortlich für die hohe Salzbelastung ist die Kali + Salz. Das Unternehmen leitet die beim Kaliabbau entstehenden Salzabfälle in den Fluss. Durch den anhaltenden öffentlichen Druck hat K+S zwar bereits Maßnahmen zur Verringerung der eingeleiteten Salzmenge in Angriff genommen. Das ist den Umweltschützern aber noch nicht genug.

 „Die Vermeidung von Salzabfällen bei der Produktion muss das erste Ziel sein“, sagt Frank Hix, Bürgermeister von Bad-Sooden-Allendorf, der die Bürgerinitiative unterstützt. „Bisher gibt es aber kein Verfahren, mit dem die entstehenden Salzabwässer verarbeitet werden könnten“, erklärt der CDU-Landtagsabgeordnete Dirk Landau. Ziel der Umweltschützer, aber auch der Politik, ist es daher, eine Salzpipeline zu bauen, die das Salz aus Türingen bis in die Nordsee führt. „Wir müssen uns bewusst machen, dass im Moment, Werra und Weser, somit Süßwasserflüsse, diese Salzpipeline sind“, sagt Sigrid Erfurt, Landtagsabgeordnete der Grünen.

Bilder von der Paddeltour

Paddeln für eine salzfreie Werra

Das Salz am Jadebusen in die Nordsee einzuleiten, ist für den BUND eine tolerable Lösung, auch wenn sich dort der Nationalpark Wattenmeer befindet. Auch die jüngsten Teilnehmer, der sechsjährige Tristan Hannig sowie seine Geschwister Antonia und Anna rufen die Verantwortlichen zum Handeln auf. „Ich finde es blöd, dass das Salz in die Werra fließt“, sagt Antonia. „Der Fluss ist so dreckig, dass man nicht darin baden kann.“

Von Kristin Weber

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