Bundesfreiwilligendienst: Es gibt noch Plätze im Kreis

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Ein Jahr im Krankenhaus: Bundesfreiwillige wie Melissa Hasanovic, die ihr BFD im Klinikum Bad Hersfeld absolvierte, werden im Kreis noch gesucht. 

Werra-Meissner. Die Zeiten der doppelten Abitur-Jahrgänge sind vorbei und auf dem Arbeitsmarkt gibt es gute Chancen für Jugendliche, direkt nach der Schule einen Ausbildungsplatz zu finden. Das bedeutet: Weniger junge Menschen bewerben sich auf Bundesfreiwilligendienste (BFD), bei den Organisationen im Kreis sind noch einige Stellen frei.

Das liegt allerdings nicht nur an mangelnden Bewerbern. Die Einsatzstellen kritisieren das Ampelsystem, nach dem freie BFD-Plätze durch die zentrale Vergabestelle des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben in Köln (BAFzA) verteilt werden.

Sowohl bei den Werraland-Werkstätten als auch am Klinikum Werra-Meißner und im Grenzmuseum Sickenberg sind noch Stellen für BFD-ler frei. Lars Winter, Pressesprecher der Werraland-Werkstätten, sieht die Gründe in der veränderten Arbeitsmarktlage, dem nicht so hohen Bekanntheitsgrad des freiwilligen Dienstes und der Tatsache, dass er eben freiwillig und nicht verpflichtend ist. „Gerne würden wir mehr junge Menschen bei uns begrüßen“, sagt Winter. Viele Einsatzorte nutzen die Vergabestelle des BAFzA.

Hier bemerke man keinen Interessens-Rückgang am Bundesfreiwilligendienst, berichtet Pressesprecherin Antje Mäder. 39 715 Personen absolvieren momentan einen BFD. Damit liege die Zahl der Freiwilligen im oberen Bereich.

Zudem hat der Bund 10 000 zusätzliche BFD-Stellen geschaffen. Einzige Einschränkung: Diese Stellen müssen einen Flüchtlingsbezug haben. Die Option, Flüchtlinge für ein BFD einzustellen, wurde seitens der Werraland-Werkstätten in Eschwege bereits mit dem Diakonischen Werk besprochen, sagt Pressesprecher Lars Winter. „Wir stehen dem sehr offen gegenüber.“ Demnächst werde zwar kein Flüchtling, aber ein Bewerber aus Uganda im Rahmen des BFD-weltwärts-Programms bei den Werkstätten anfangen.

In der Werkstatt für junge Menschen in Eschwege gibt es im Moment einen Flüchtling in einer Maßnahme, der sich für ein BFD beworben hat, berichtet Anke Engel vom Vorstand. Bundesfreiwillige arbeiten hier nicht mehr. Zwei Jahre lang – bis Anfang 2013 – war eine Stelle besetzt. Danach gab es keine Bewerbungen mehr. Die Stelle wurde anderweitig kompensiert. Im Klinikum Werra-Meißner sind bisher noch keine Bewerbungen von Flüchtlingen angekommen. Dies könne sich jedoch angesichts der großen Zahl, die in Eschwege untergebracht ist, rasch ändern, sagt Ulrike Meyer von der Personalabteilung. Generell stünde das Klinikum solchen Bewerbungen offen gegenüber, wenn, so die Einschränkung, die sprachlichen Voraussetzungen gegeben seien. 

Von Nicole Demmer

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