Nach dem schweren Verkehrsunfall

Berufliche Schulen: Verkehrschaos jeden Morgen

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Morgendlicher Trubel: Kurz bevor die Schule beginnt, ist am Südring in Eschwege viel los. Autos, Busse und Schüler müssen dort besonders auf den Verkehr achten.

Eschwege. Genau zwei Wochen ist es her, als zwei Jugendliche bei einem schweren Verkehrsunfall in Höhe der Beruflichen Schulen in Eschwege verletzt wurden. Wir haben uns dort einmal umgeschaut.

Nach Mitteilung der Polizei hatte damals ein Mann aus Wanfried eine 17-jährige Schülerin und einen 19-jährigen Schüler mit seinem Kleinbus angefahren.

Über 2800 Schüler müssen täglich zum Oberstufengymnasium (OG), zu den Beruflichen Schulen (BS)oder zur Anne-Frank-Schule (AFS), und alle drei befinden sich am Südring. Morgens herrscht dort das Chaos: Eltern, die irgendwo kurz anhalten, um ihre Kinder aus dem Auto steigen zu lassen, überfüllte Busse, eine Masse an Schülern, die über den Zebrastreifen will, eine Pkw-Schlange, die kaum voran kommt, und volle Bürgersteige machen es Verkehrsteilnehmern besonders schwer.

„Die Verkehrssituation im Bereich der Schulen ist sowohl für Fußgänger als auch für Auto- und Busfahrer extrem“, sagt Jörg Künstler von der Eschweger Polizei. „Wenn dann noch Regen, Dunkelheit oder Glätte hinzu kommen, können schnell Unfälle passieren.“

24 Busse fahren zwischen 7 und 9 Uhr morgens am Schulzentrum an oder ab und bringen Schüler zum Unterricht. „Ich fahre morgens ganz bewusst sehr langsam in diesem Bereich“, sagt Wolfgang Stenner, Leiter des Oberstufengymnasiums Eschwege. „Man muss mal darüber nachdenken, ob das Fahrtempo nicht auf 30 Stundenkilometer oder sogar Schrittgeschwindigkeit reduziert werden sollte. Außerdem wäre darüber nachzudenken, ob die Straßenbeleuchtung ausreichend ist.“

Auch den Schülern ist die schwierige Verkehrssituation bewusst: „Hier sollte eine Ampel anstelle des Zebrastreifens hingebaut werden, dann wäre es nicht so gefährlich“, sagt die 16-jährige Kim Wendemuth und meint damit den Fußgängerüberweg zwischen den Beruflichen Schulen und dem Fußweg am Südring in Richtung Anne-Frank-Schule. „Die vielen Busse sind alle überfüllt, und die Schüler die aussteigen, wollen dann in Massen über den Zebrastreifen“, schildert sie die Situation. Dazu komme, dass manche unaufmerksam seien und ohne nach links und rechts zu schauen, über den Fußgängerüberweg rennen.

Im Eschweger Rathaus wird die Situation am Südring im Moment geprüft. „Wir sind immer bemüht, uns Bereiche, in denen Unfälle passiert sind, zu prüfen“, sagt Erster Stadtrat Reiner Brill. „Im Moment sind wir aber noch zu keinem Ergebnis gekommen.“

Hintergrund

Im Jahr 2013 sind acht Unfälle (keine Verletzten) im Bereich der Schulen am Südring passiert: Ein Auffahrunfall am Fußgängerüberweg, zwei beim Abbiegen, ein Unfall beim Wenden, vier beim Ein- oder Ausparken.

2012 waren es sechs Unfälle (ein leichtverletzter Radfahrer): Zwei beim Einparken und vier Unfälle beim Abbiegen.

2011 sind 14 Unfälle passiert (fünf Leichtverletzte): Davon neun beim Ein- oder Ausparken, ein Radfahrer, der gestürzt war, ein umgefahrenes Baustellenschild, außerdem drei Unfälle beim Abbiegen. (tzi)

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