Stadtwerke überprüfen 1500 Laternenpfähle auf Standsicherheit

Check für die Laternenmasten

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Die Roch Services GmbH aus Lübeck überprüft derzeit 1500 Laternenmasten. Sie sollen später mit LED-Technik ausgerüstet werden. Foto: Stadtwerke

Eschwege. Die Stadtwerke lassen seit Anfang der Woche 1500 ihrer 4500 Straßenlaternen auf Standsicherheit überprüfen. Laut einer Studie sind in Deutschland 3,3 Prozent aller Lichtmasten sichtbar oder unsichtbar beschädigt.

Bevor 2600 der Straßenlaternen auf LED-Technik umgerüstet werden, sollen die Masten überprüft sein. Bereits im vergangenen Jahr wurden 1100 Laternenpfähle getestet.

Die Arbeiten haben am Montag begonnen und dauern voraussichtlich vier bis fünf Wochen an. Die Roch Services GmbH aus Lübeck hat mit zwei Teams die Standsicherheitsprüfung übernommen. Sie haben exakte technische Messdaten abgeliefert, an denen man sich zweifelsfrei orientieren kann, ob ein Mast noch haltbar oder umsturzgefährdet ist. Mit einem hoch entwickelten Prüfgerät wird Mast für Mast ein Belastungsdiagramm, ein so genanntes „Mast-EKG“, erstellt, welches die Schwachstellen aufspürt und detailliert dokumentiert. „Die Schäden entstehen durch viele verschiedene Belastungen und Umwelteinflüsse“, sagt der verantwortliche Meister Michael Küster. „Vor allem sind sie oft mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen.“

Für die Bevölkerung würde es ein hohes Risiko bedeuten, wenn die Schäden nicht erkannt werden. Es gab bereits Fälle, in denen die Masten einfach umgeknickt sind. Untersucht werden die Pfähle, die älter als 25 Jahre sind. Im vergangenen Jahr mussten von den 1100 untersuchten Laternen elf ausgetauscht werden. Nur die nach wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen wirklich gefährdeten Masten werden ausgewechselt. Bisher wurde routinemäßig aufgrund von Erfahrungswerten ein turnusmäßiger, kostenintensiver Austausch von Masten vorgenommen. Auf alle anderen Laternenpfähle wurde eine erneute Sicherheitsgarantie von sechs Jahren gegeben. Die Eschweger Laternenmasten sind zwischen 40 und 50 Jahren alt. Mit einer Schadensquote von einem Prozent liegt Eschwege deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Gefährdete Masten und defekte Leuchten kann man unter www.stadtwerke-eschwege.de melden. „Dann wird die defekte Leuchte am selben oder nächsten Arbeitstag repariert“, sagt Küster.

Seit vergangenem Oktober läuft die Umrüstung der sogenannten Quecksilberdampflampen auf LED-Technik. Für die LED-Beleuchtung werden die vorhandenen Straßenbeleuchtungspfähle weiterverwendet. „Mit der Mastprüfung werden neben der verbesserten Sicherheit noch Kosten für einen unnötigen Austausch gespart“, sagt Katja Alsdorf, Sprecherin der Stadtwerke Eschwege. Grund für den Austausch sind neue Normen der Europäischen Union, die den Einsatz von Quecksilberdampflampen nicht mehr vorsehen und zudem einen deutlich geringeren Energieverbrauch in der öffentlichen Beleuchtung fordern. Im Stadtteil Albungen sowie in der Freiherr-vom-Stein-Straße in Eschwege leuchten alle Laternen bereits mit der LED-Technik. Rund 1,6 Millionen Euro wird die Umrüstung kosten.

Von Tobias Stück

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