Über die Verknüpfung der Bereiche hat er einen Aufsatz geschrieben

Eschweger Niklas König ist Clown und Coach

Eschwege. Der Clown, sagt der Eschweger Niklas König, stellt seine eigene Lächerlichkeit preis. Vor allem mit seiner Mimik und Gestik bringt er damit das Publikum zum Lachen, denn das findet die Gesten häufig nicht nur witzig, sondern erkennt sich zum Teil auch selbst wieder – und lacht, ohne sich selbst lächerlich machen zu müssen.

Mit Coaching hat das auf den ersten Blick wenig zu tun, doch König hat die Bereiche miteinander verbunden: „Beide Berufe haben ungemein viel gemeinsam“, sagt der Eschweger. Er hat diese Theorie in einem Aufsatz zusammengefasst, der jetzt in einem Buch der Deutschen Gesellschaft für Coaching (DGFC) veröffentlicht worden ist.

So wischt der 40-Jährige erst einmal das Bild des Clowns weg, was wohl fast jeder in seinem Kopf hat: Ein tollpatschiger, mit roter Nase und bunten Sachen gekleideter Mensch, der die Menschen zum Lachen bringen möchte. „Ein Clown hat damit nur bedingt zu tun“, sagt König, „es geht nicht nur darum, andere zum Lachen zu bringen, sondern um die positive Energie, die ausgestrahlt wird.“

Ehrlich gibt er zu, dass auch er einmal das gängige Bild im Kopf hatte und die vermeintlichen Witzbolde eigentlich gar nicht mochte. Doch vor einigen Jahren, er interessierte sich schon stark für Zirkusse, rutschte er in ein Clown-Seminar – und war sofort so begeistert, dass er eine Ausbildung in Spanien anschloss.

„Es geht vor allem darum, Schlüsselkompetenzen zu erwerben: aufmerksam sein, etwas zum richtigen Zeitpunkt auf den Punkt bringen, improvisieren können“, zählt der Dietemann auf. Zudem sei es wichtig, mit dem Publikum eine Einheit bilden zu können und eine Verbindung aufzubauen. „Das ist wie bei einem Tanz“, erklärt der 40-Jährige, „das Zusammenspiel muss da einfach passen, sonst sieht es nicht gut aus.“

Das sei auch wichtig für einen Coach: Ohne die genannten Kompetenzen komme man nicht weit. „Ich muss ja den Kontakt zu den Menschen suchen, um mit ihnen gemeinsam eine Lösung zu finden.“ Auch müssten sowohl der Clown als auch der Coach die Gegebenheiten akzeptieren, um auf diesen aufbauen und arbeiten zu können.

In der Praxis setzt König die Verbindung beider Bereiche bereits um und lässt die Teilnehmer ebenfalls so agieren, als seien sie ein Clown. Zum Beispiel müssen sich versuchen, die Verbindung zu einem anderen herzustellen und zu halten – über ein Spiel. „Beide halten einen Stab nur mit einem ihrer Finger fest und müssen dafür sorgen, dass der nicht runterfällt, obwohl sich die Menschen bewegen“, erklärt König. Theoretisch abgehandelt habe er die Teilnehmer als Clown noch nicht – „aber vielleicht erscheint es ja im nächsten Buch, das die DGFC veröffentlicht“, sagt der Betriebswirt und lacht.

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