Netz verführt Jugendliche zum Zocken um Geld

Computerspiele werden zur Geldfalle

+

Eschwege. Suchtexperten warnen vor einer neuen Gefahr im Netz: Besonders junge Menschen liefen Gefahr, beim Spielen am Computer, in die Geldfalle zu geraten. Die neuartige Verquickung von Playstation- und Videospielen mit Glücksspielen verführe zum Zocken um Geld. Die Spieler werden dabei von kostenlosen Angeboten zu Online-Plattformen gelotst, bei denen sie um Geld spielen können.

„Die Summen, die Jugendliche dabei schon verloren haben, reichen vom Taschengeld bis hin zu mehreren tausend Euro“, warnt etwa Harald Nolte, Leiter der Fachstelle für Suchtprävention des Diakonischen Werkes Eschwege/Witzenhausen. Aus dem Werra-Meißner-Kreis sei ihm hier bislang zwar kein konkreter Fall bekannt, aber seine Kollegen aus Kassel etwa berieten bereits Jugendliche, die in diese Geldfalle geraten seien. Problematisch sei auch, dass auch aus beliebten Konsolenspielen heraus zunehmend auf Zusatzoptionen im Internet verwiesen werde.

Dort können sich die Spieler mit anderen Teilnehmern vernetzen und um Geld spielen oder an Turnieren mit Geldeinsatz teilnehmen. Die Hersteller wiesen zwar darauf hin, dass solche Angebote erst ab 18 Jahre seien, so Harald Nolte. Aber solche Altersbeschränkungen seien oft kein hinreichender Schutz im Internet gebe es sogar Blogs darüber, wie sich die Sperren leicht umgehen lassen. (ms)


Ein Interview mit Harald Nolte, dem Suchtberater des Werra-Meißner-Kreises, zu deisem Thema lesen Sie in der Montagsausgabe der Werra-Rundschau.

Kommentare