Verbrennungsanlagen nehmen keine Styropor-Chargen mehr an

Dämmplatten bereiten Baubranche Probleme

Werra-Meißner. Anfang der Woche noch war es „ein gigantisches Problem“, von dem Obermeister Robert Kunz von der Bau-Innung Werra-Meißner sprach. Mittlerweile können viele Handwerker aufatmen. Deponien, die Bauschutt entsorgen, und Containerdienste, die Abfalltransporte übernehmen, lockern ihren Annahmestopp für Styropor, das zum Dämmen von Gebäuden verwendet wird.

Das Land Hessen hat jetzt per Erlass die seit 1. Oktober geltenden strengen Bestimmungen für Dämm-Styropor, das mit dem Flammschutzmittel HBCD behandelt wurde, abgeschwächt. HBCD-haltige Dämmstoffe, die als Mono-Chargen getrennt von anderem Bauschutt in Containern oder Säcken gesammelt sind, müssen zwar weiterhin als gefährlicher Abfall gekennzeichnet werden und dürfen nur in Müllheizkraftwerken mit Extra-Genehmigung entsorgt werden. Wenn die Dämmplatten – und vor allem Schnittreste – aber mit anderem Baumüll vermischt sind, können sie wie bislang in normalen Hausmüll-Verbrennungsanlagen entsorgt werden.

„Wir müssen das komplette Material lagern“, hatte Bau-Obermeister Robert Kunz Anfang der Woche gestöhnt. Da weder die Mülldeponie in Meißner-Weidenhausen noch die Container-Dienste Bauschutt nahmen, in dem Anteile von Styropor enthalten waren, stapelte sich der Abfall auf Baustellen und Betriebshöfen. Der Erlass aus Wiesbaden ist für Kunz „ein Schritt in die richtige Richtung“. Doch noch kann sich die Lage bei der Entsorgung von Dämm-Styropor nicht komplett entspannen. Für das Entsorgen von Mon

o-Chargen, sagt auch Hessens Umweltministerin Priska Hinz (Grüne), muss noch eine Lösung gefunden werden. Bis dahin kann es auch für Bauherren zum Problem werden. Denn Bauunternehmen denken darüber nach, die Entsorgung von Altmaterial nicht mehr mit anbieten zu wollen.

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