Damen an Gewehren: Jagdschein steht bei Frauen hoch im Kurs

Werra-Meißner. Die Jagd ist keine reine Männersache mehr: Immer mehr Frauen lassen sich zu Jägerinnen ausbilden. Im Jahr 2011 waren bereits 20 Prozent der angehenden Jäger weiblich.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Deutschen Jagdverbands unter 1500 Jägern in Ausbildung.

Auch im Kreis ist dieser Trend erkennbar. In den aktuellen Lehrgängen der Jagdvereine Hubertus Eschwege und Hubertus Witzenhausen ist ebenfalls jeder fünfte Jagdschein-Anwärter eine Frau. Von den 895 Mitgliedern beider Vereine sind 65 weiblich, also gut sieben Prozent.

"Gerade in den vergangenen Jahren sind viele Frauen dazu gekommen", berichtet Rainer Stelzner, Vorsitzender des Eschweger Jagdvereins. Die Jagd sei längst keine Männerdomäne mehr.

Auch das Vorurteil, die Jagd sei ein Privileg für Reiche, wird von der bundesweiten Studie widerlegt. Demnach kommt die heutige Jägergeneration aus der Mitte der Gesellschaft: Nahezu alle Berufsgruppen sind in den Lehrgängen zu finden. "Das ist eine große Bereicherung für uns", sagt Herbert Rafalski, Vorsitzender des Witzenhäuser Jagdvereins. "Viele sind sehr naturverbunden."

Zwischen 650 und 840 Euro müssen die Teilnehmer für den Kurs mit anschließender Prüfung bezahlen. Die Mitgliedschaft im Jagdverein ist nur während der Ausbildungszeit Pflicht aus Versicherungsgründen.

"Wir legen sehr viel Wert auf praktische Erfahrungen", betont Rainer Stelzner. So lernen die Teilnehmer neben dem Umgang mit Waffen auch, wie sie mit einer Motorsäge arbeiten, einen Hochsitz bauen und Fleisch hygienisch präparieren.

In den vergangenen 20 Jahren ist die Zahl der Jagdschein-Inhaber in Deutschland um 9,5 Prozent auf 352 000 gestiegen. Pro Jahr erwerben 9000 Menschen den Schein.

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Von Julia Schwekendiek

Rubriklistenbild: © Symbolbild dpa

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