Isabell Maletzke fühlt sich schikaniert

Hundepension soll schließen: Eschwegerin hat Ärger mit Nachbarn

Liebt die Arbeit mit Hunden: Isabell Maletzke mit ihrer Yorkshire-Dame Scarlett und dem Gasthund Paul, einem Akita Inu. Foto: Rissmann

Oberdünzebach. Isabell Maletzke aus Oberdünzebach ist verzweifelt: Die 38-Jährige hat ihr Hobby zum Beruf gemacht, ist seit dem vergangenen Jahr Hundetrainerin und hat eine Hundepension eröffnet. Doch nun macht ihr die Bauaufsicht des Werra-Meißner-Kreises einen dicken Strich durch die Rechnung.

Nach elf Jahren im Polizeidienst hat sich Isabell Maletzke mit der Hundepension beruflich für einen ganz neuen Weg entschieden. Langfristig möchte sie auch eine Hundeschule eröffnen. Um bis dahin etwas Geld zu verdienen, hat sie zuhause die Pension eröffnet, in der Hundebesitzer ihre Tiere tageweise betreuen lassen können. Sie hat die Pension als Gewerbe angemeldet und wurde auch bereits erfolgreich vom Veterinäramt überprüft.

„Zudem ändert sich ja auch nichts, ob ich nun meine beiden Hunde da habe oder zwei Gasthunde.“

Doch zum 1. Januar wurde Isabell Maletzke nun der Betrieb der Hundepension untersagt. Begründung: Ihr Wohnhaus stehe laut Bebauungsplan der Kreisstadt in einem allgemeinen Wohngebiet, deshalb sei eine gewerbliche Nutzung nicht zulässig. Ausnahmen gebe es nur bei „nicht störenden Gewerbebetrieben“. So heißt es in einem Schreiben der Kreisverwaltung an die 38-Jährige. „Ich verstehe das nicht: Ich habe alles korrekt angemeldet, zahle Gewerbesteuern und jetzt werde ich noch bestraft“, sagt Isabell Maletzke. Dabei heiße es doch immer Tu’s hier im Werra-Meißner-Kreis und wenn man dann tue, bekomme man Steine in den Weg gelegt, fügt sie hinzu.

Aufmerksam wurde die Bauaufsicht aufgrund der Beschwerde einer Nachbarin. „Unsere Nachbarin schleicht oft um das Grundstück und macht Fotos und Videos von den Hunden“, sagt Isabell Maletzke. In dem Schreiben der Kreisverwaltung heißt es auch weiter, dass ein Beweisfoto vorliege, dass auf dem Grundstück von Maletzkes mehr als die erlaubten drei Hunde leben würden.

Maletzkes, die auch auf einem außerhalb der Ortslage liegenden Zwingergelände Huskys halten, hatten wegen ihrer Leidenschaft für die Vierbeiner bereits öfter Stress mit einer Nachbarfamilie. Deshalb kam es bereits 2010 zu einem Verfahren vor dem Verwaltungsgericht. Damals einigte man sich gütlich darauf, dass im Haus der Familie Maletzke nur noch zwei große Hunde sowie Yorkshire-Dame Scarlett dauerhaft leben. Bislang waren das zwei der Huskys, doch um die Pension zu eröffnen, hat Isabell Maletzke diese nun bei den anderen auf der Husky-Ranch einquartiert. So war Platz für zwei Gasthunde, wie den Akita Inu Paul - dachte Isabell Maletzke jedenfalls.

Zwangsgeld droht

Doch dann flatterte der Brief der Kreisverwaltung ins Haus. Dort heißt es, dass der „Betrieb der Hundepension mit Wirkung zum 1. Januar untersagt wird“. Anbei gleich die Rechnung für den Verwaltungsakt: rund 100 Euro. Sollten Maletzkes der Aufforderung nicht nachkommen, droht ein Zwangsgeld von 1000 Euro. Jetzt steht also der nächste Prozess an.

„Das ist alles reine Schikane“, findet Isabell Maletzke. Denn bislang hätte sich kein anderer Nachbar beschwert. „Zudem ändert sich ja auch nichts, ob ich nun meine beiden Hunde da habe oder zwei Gasthunde.“ Klar seien zeitweise auch mal mehr Hunde auf dem Grundstück, räumt sie ein: „Man bekommt ja auch mal Besuch.“

Das sagt die Kreisverwaltung

„Aufgrund einer Nachbarbeschwerde wurde die Hundehaltung von Frau Maletzke auf dem Wohngrundstück entsprechend den gesetzlichen Vorgaben auf zwei Hunde reduziert. Aufgrund einer erneuten Beschwerde eines anderen Nachbarn haben wir davon Kenntnis bekommen, dass nunmehr dort eine Hundepension betrieben wird. Für den Betrieb der Hundepension wurde keine Nutzungsänderung beantragt. Der Betrieb diese Hundepension wurde mit Wirkung vom 1. Januar untersagt. Diesbezüglich ist beim Verwaltungsgericht Kassel ein Eilverfahren anhängig. [...] Die Tatsache, dass die Hundepension die einzige Einnahmequelle von Frau Maletzke ist, rechtfertigt nicht, dass sie sich über das geltende Baurecht hinweg setzt. Die Bauaufsicht hat bei nachbarlichen Spannungen die Interessen aller Beteiligten gemäß den gesetzlichen Vorgaben abzuwägen.“

Von Diana Rissmann

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