Täter zogen vermutlich die Notbremse und flüchteten

Diebstahl im Autozug: Noch keine Hinweise

Eschwege. Auch zwei Tage nach den spektakulären Autoaufbrüchen auf einem fahrenden Reisezug gibt es keine näheren Hinweise zu den Tätern, die in der Nacht zum Sonntag rund 20 Autos auf einem Waggon geknackt hatten.

Vermutlich flüchteten die Täter zwischen Bad Sooden-Allendorf und Eschwege vom Zug, indem sie die Notbremse zogen. Sie richteten einen Schaden im fünfstelligen Bereich an. Laut Jörg Ristow, Sprecher der zuständigen Bundespolizei-Direktion in Hannover, war der Zug vom baden-württembergischen Lörrach nach Hamburg unterwegs. Gegen 4.30 Uhr kam es zur Zwangsbremsung. Bei einem späteren Halt wurde dann festgestellt, dass die Autos aufgebrochen worden waren. Die Täter hatten die Gepäckstücke in den Wagen durchsucht. Nach aktuellem Stand der Ermittlungen seien nicht, wie bisher angenommen, Navigationsgeräte, sondern vor allem Privatgegenstände entwendet worden, so Ristow. Diebstähle und Zwangsbremsung könnten im Zusammenhang stehen.

Um 7.50 Uhr fuhr der Zug in Hamburg ein, wo bereits Beamte der Bundespolizei warteten, um die Ermittlungen zu beginnen. Laut Ristow geschah dies nicht direkt nach Entdecken der Tat, um eine lange Wartezeit für die Reisenden zu vermeiden. In Hamburg konnten die vorher benachrichtigten Beamten direkt die Arbeit aufnehmen und unter anderem Fingerabdrücke nehmen. Eine Vermutung, wie viele Täter es waren, hat die Polizei noch nicht.

Durch die beiden kurzen Stopps des Zugs kam es nachfolgend bei zwei Fernverkehrs- und drei Nahverkehrszügen zu jeweils 20 bis 25 Minuten Verspätung, sagt ein Sprecher der Bahn auf Nachfrage. Wie es den Tätern gelungen sein könnte, auf den Auto-Waggon zu gelangen, konnte er nicht sagen. Möglicherweise habe der Zug auf einem Wartegleis gestanden. Näheres ergäben jedoch die Ermittlungen der Bundespolizei.

Von Nicole Demmer

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