Ska-P: Mit dieser Band macht keiner was falsch

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Kompromisslos: Ska-P-Sänger „Pipi“ gab wie seine Bandkollegen auf der Bühne alles. Auf dem Werdchen wurde bis in die hintersten Reihen zur Musik der spanischen Ska-Punker getanzt. Die dankten es mit einem Set voller Hits.

Eschwege. Ska-P sind so etwas wie die Lebensversicherung eines Festivalveranstalters. Denn auf die Band aus dem spanischen Vallecas bei Madrid können sich fast alle einigen. Entsprechend voll war es beim Open-Flair-Auftritt dann am Abend auch vor der Hauptbühne.

Viele politische Texte verpackt in Gute-Laune-Ska-Punk, das ist das Rezept von Ska-P seit inzwischen 20 Jahren. Dass die Band davon auch nicht abweichen muss, hat sich gestern wieder bestätigt. Die Songs sind durchweg tanzbar, egal ob wilde Powerriffs oder entspannter Off-Beat. Ruhig stehen bleiben kann vor der Bühne kaum jemand. Vielleicht liegt es auch daran, weil es beim Mitsingen ob der spanischen Texte naturgemäß Schwierigkeiten gibt. Man konzentriert sich also lieber aufs Tanzen. Die am Abend leicht abgeflauten Temperaturen lassen es auch zu, sich noch einmal richtig zu verausgaben.

Die Band steht dem auf der Bühne in Nichts nach. Die Bläserfraktion, bestehend aus Posaune und Trompete, gibt von Beginn an alles, was die Lungen so hergeben. Schlagzeuger Luismi und Bassist Julio Cesar Sanchez bereiten die perfekte Basis für die Köpfe dieser bunten Truppe. Die Sänger Pulpul und Pipi scheinen nämlich nur eines im Sinn zu haben: Mit den Fans zu feiern. Zwischen all die Hits, die Ska-P über die Jahre angesammelt haben, mischen die Spanier ein paar neue und auch selten gespielte ältere Nummern. Zwischendurch machen sie immer wieder Werbung für das Projekt „Viva con Aqua“, fordern die Legalisierung von Marijuana und nehmen ausschweifend Stellung zum Palästina-Konflikt. Letzteres zwar arg parolenhaft, aber man trifft den Nerv der Zeit. Das Publikum nimmt es dankbar an und feiert seine Helden.

Schade eigentlich, dass die Menge nur etwas mehr als eine Stunde dafür Zeit hatte, bevor sie das Zelt für die deutschen Dancehall-Caballeros räumen musste. Für Seeed schien das ohnehin schon volle Werdchen dann endgültig aus allen Nähten zu platzen.

Von Lasse Deppe

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