Betreiber von Dönerbuden tricksen beim Dosenpfand

Werra-Meißner. Manche Besitzer von Schnellimbissen im Kreis geben vor, nichts von der Pfandpflicht in Deutschland zu wissen. Sie verkaufen pfandfreie Dosen aus dem Ausland und setzen darauf, dass sie nicht erwischt werden. Die Büchsen sind importiert, oft aus Dänemark.

Ein Dönerbudenbesitzer im Kreis, der anonym bleiben möchte, antwortete auf die Frage, wieso er pfandfreie Dosen verkauft: „Ich wusste nicht, dass das nicht erlaubt ist. Ich bekomme die vom Händler und ging davon aus, dass er ab und zu überprüft wird und alles rechtens ist.“ Für ihn selbst hätte es den Vorteil, dass er sich die Arbeit der Rücknahme von Pfanddosen spare. Um das Geld gehe es ihm nicht. „Wenn es gegen das Gesetz ist, würde ich aber auch nur noch Dosen mit Pfand verkaufen“, sagt er auf Anfrage unserer Zeitung.

Michael Conrad, Sprecher des zuständigen Regierungspräsidiums in Kassel, bestätigt die Pfandpflicht auch für diese Getränkedosen. Dabei sei es egal, ob die Dosen aus dem Ausland importiert würden. Der Verkauf stelle eine Ordnungswidrigkeit dar. Diese können Behörden zunächst durch Verwarnungen und dann mit Bußgeldern in unterschiedlichen Höhen ahnden. „Allerdings müssen die Vergehen bei uns angezeigt werden. Wir können nicht jeden kleinen Verkäufer überprüfen. Er ist sowieso nur das Ende der Kette“, sagt Conrad.

Laut ihm vertreiben Großhändler die Dosen und bringen sie über die Grenzen nach Deutschland zu den Imbissbuden: „Wegen der offenen EU-Grenzen ist es schwer, dem Einhalt zu gebieten. Wer soll auf jeden Lkw steigen und Getränkedosen überprüfen?“, sagt der RP-Sprecher.

In Kassel und Fulda habe man einigen Händler den Garaus gemacht. „In ländlichen Gebieten wie dem Werra-Meißner-Kreis sind diese nicht so aktiv. Aber Hinweise helfen uns, die Kette nach oben zurückverfolgen“, sagt Conrad. 

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