WR-Ausflugstipp: Auf windiger Höhe rund um Weißenbach - Einkehr in der Jause

Mit Drachen auf der Höhe

Steife Brise und weiter Blick. Die abwechslungsreiche Wanderung rund um Weißenbach ist relativ leicht zu gehen und eignet sich gut für Kinder. Je nach Pausen braucht man nicht mehr als zwei bis drei Stunden. Foto: Stefanie Salzmann

Herbst ist die Zeit des Drachensteigens. Wer für das Kindervergnügen zum einem ideale Windbedingungen sucht und außerdem das Ganze noch mit einer mit sieben Kilometern Länge kinderfreundlichen Wanderung und Einkehr verbinden will, ist auf dem Premiumwanderweg 8 genau richtig.

Zu der windigen Tour aufbrechen kann man in Weißenbach, direkt im Dorf an der Jausenstation. Ein Weg führt sofort bergan und gabelt sich an der Waldkante. Da der P 8 ein Rundweg ist, kann man hier noch eine bevorzugte Richtung wählen. Wer sich für den linken Weg entscheidet, erreicht nach zirka 10 bis 15 Minuten strammen Aufstieges den ersten Aussichtpunkt am Dornbergpass, der einen weiten Blick auf das Tal und Groß-almerode eröffnet.

Lesestoff am Baum

Der Aussichtspunkt selbst besteht vor allem aus einer uralten Buche, in die unzählige Verliebte ihre Initialen eingeritzt haben. Manche der Buchstaben sind im Laufe der Jahre weit über Mannshöhe hinausgewachsen, andere in Augenhöhe sind noch leuchtend frisch. Der Baum hat zumindest einiges an Lesestoff zu bieten. Und hier bietet sich auch der erste großflächige Platz, um Drachen steigen zu lassen. An dem Hang pfeift in aller Regel ein strammer Wind.

Von hier aus führt der Weg weiter bergauf auf dem Höhenzug entlang. Nach weiteren 20 Minuten erreicht man ein als solches auch markiertes Drachenfluggelände. Wer also noch Drachen übrig hat, kann auch hier mit Blick auf Uengsterode noch einen steigen lassen. Uengstrrodes wohl berühmteste Tochter ist übrigens die Großmutter Erich Honeckers, die aus dem Ort stammte.

Hoch über der Autobahn

Die nächste Weggabelung lädt zu einem kleinen Abstecker zum Aussichtpunkt und mit 583 Metern höchsten Punkt der Wanderung, dem Heiligenberg ein, von dem man, schon auf Grund der Entfernung, einen hübschen Blick auf die neue Autobahnbrücke der A 44 bei Walburg und Hessisch Lichtenau hat. Wem die Brücke nicht so wichtig erscheint, der kann den idyllischen Platz auch für eine kleine Rast nutzen.

Von hier aus führt der Weg wieder bergab, vorbei an netten Kühen und Kälbchen. Der Weg kreuzt die Straße und verläuft dann eine ganze Weile parallel zur Straße. Wen hier die ganz ambitionierte Wanderwut überkommt, der kann auch auf den Schneehagenweg, der den Meißner mitBurg Ludwigstein verbindet, abbiegen oder den Anschluss an den P 1, der auf 13 Kilometern über das gesamte Meißnerplateau führt, kombinieren.

Ab jetzt führt der Weg über ein weites, windiges Plateau - die Wacholderheide des Naturschutzgebietes Bühlchen. Rechts im Tal liegt Kammerbach, links kann man schon das Ziel Weißenbach in der Senke erkennen.

Der Wanderweg führt ab jetzt durch erste Wohnbebauung und hier kann man entscheiden, ob man Lust hat, Weißenbach noch in weiten Bogen zu umrunden (wie es der P 8 vorsieht) oder gleich quer ins Dorf zur Jause absteigt.

Das urige Lokal in Weißenbach kann man schon längst nicht mehr als Geheimtipp einstufen. Dank feinster nordhessischer Spezialitätenküche, dem angliederten Feinkostgeschäft und der traumhaft schönen Lage ist die Jausenstation ein beliebtes Ausflusgsziel. Deshalb sei auch an Sonn- und Feiertagen größeren Gruppen eine Reservierung empfohlen.

Von Stefanie Salzmann

Kommentare