Studie nennt auch früheren Landrat Höhne

Drei Alt-Abgeordnete der Region in NSDAP

Eschwege. Eine Historikerkommission untersucht derzeit im Auftrag des hessischen Landtags die NS-Vergangenheit ehemaliger Landtagsabgeordneter. Darunter ist auch der langjährige frühere Landrat des Werra-Meißner-Kreises Eitel O. Höhne, der von 1950 bis 1970 für die SPD im Landtag saß - zuletzt als stellvertretender Fraktionsvorsitzender.

Höhne war 1941 im Alter von 19 Jahren in die NSDAP eingetreten. Neben Höhne werden die Lebensläufe von vier weiteren Ex-Parlamentariern aus der Region untersucht: Margarethe Kletke (FDP), Fritz Walter (FDP), Edgar Schnell (CDU) und ein weiterer langjähriger CDU-Abgeordneter.

Die Historikerin Karin Brandes, die die Gedenkstätte Trutzhain leitet, bat nun in Eschwege bei der Stadt und im Kreis um Unterstützung in der Recherche. Sie möchte nach Möglichkeit Originalakten und Dokumente, die Aufschluss über mögliche Verstrickungen der Landtagsabgeordneten geben könnten. Man sei bei der Quellenauswertung, etwa im Staatsarchiv in Marburg, schon gut vorangekommen und wolle dies nun durch regionales Material ergänzen, so die Historikerin.

Das Ergebnis der Untersuchung soll nach Auskunft von Andreas Hedwig, dem Leiter des Staatsarchivs in Marburg und Koordinator der Historikerkommission bis Jahresende vorliegen. Ausgangspunkt der Historikerkommission war eine Untersuchung des niedersächsischen Historikers Hans-Peter Klausch. Er hatte mit seiner Untersuchung im Auftrag der hessischen Linken-Landtagsfraktion belegt, dass 75 hessische Landtagsabgeordnete, die zwischen 1946 und 1987 dem Parlament angehörten, vor 1945 Mitglieder der NSDAP waren.

Über den früheren Landrat Eitel O. Höhne schreibt der Historiker Klausch, er könne wohl als jugendliches Opfer jahrelanger Indoktrination gesehen werden, aus der er sich jedoch spätestens nach dem Krieg gelöst habe.

Von Dieter Salzmann

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