40 Jahre hat er nicht mehr im Kreis gebrütet jetzt ist der Drosselrohrsänger zurück

Er ist wieder da: Der Drosselrohrsänger brütet wieder im Kreis. Foto: F. Börner/nh

Eschwege. Ein eindrucksvoller Vogelgesang ist nach Jahrzehnten wieder rund um den Werratalsee zu hören: Der Drosselrohrsänger ist zum Brüten an den Teichen zwischen Wanfried und Albungen in den Werra-Meißner-Kreis zurückgekehrt. Dies berichtet der Jäger und Naturbeobachter Dr. Jörg Brauneis.

In den vergangenen Jahren sei der Gesang des Singvogels immer öfter in der Region zu hören gewesen und so ließ sich eine langsame Zunahme des Bestandes verzeichnen, sagt Brauneis. Diesen Sommer erreichte sie mit zehn gesichteten Männchen ihren Höhepunkt. „Allein sechs Drosselrohrsänger waren rund um den Werratalsee zu hören, und auch Elterntiere, die ihre Jungen fütterten, konnten beobachtet werden“ sagt Brauneis.

Der Gesang der Vögel sei ein eindrucksvolles Naturspiel, welches in lauen Sommernächten auch nachts von den Vögeln vorgetragen werde und bis zu 100 Meter weit zu hören sei. Auffällig sei jedoch, dass sich die Drosselrohrsänger an Angelteichen angesiedelt hätten und nicht an den Naturschutzgebieten am Werratalsee.

Laut Brauneis würden die Vögel bevorzugt im dichten Schilf leben, daher sollte dieses zum Schutz der Vögel besonders im Sommer nicht betreten werden. „Außerdem sollte die Ausbreitung des Schilfs nach Kräften gefördert werden, auch um die Selbstreinigung der Gewässer zu steigern, was beim Werratalsee von besonderer Bedeutung ist“, ergänzt Brauneis. Im Winter fliegen die Drosselrohrsänger nach Afrika südlich der Sahara. Brauneis vermutet, dass die Zunahme der Niederschläge in der Sahelzone nach Jahrzehnten der Dürre und der Wiederanstieg des Meeresspiegels im Tschadsee zur Erholung der Population der Drosselrohrsänger beigetragen haben könnten.

Von Esther Junghans

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