Gefahr ist gering

Ebola: Isolierbereich steht im Klinikum Werra-Meißner bereit

Einblick in eine Sonderisolierstation in Düsseldorf: Hier wird der Schutzanzug eines Arztes gereinigt. Foto:  dpa

Werra-Meißner-Kreis. Fälle von Ebola-Infizierten in Afrika oder den USA gehen immer wieder durch die Nachrichten. Auch wenn die Gefahr, sich im Werra-Meißner-Kreis mit dem Virus zu infizieren äußerst gering ist, werden Vorbereitungen getroffen.

„Wenn uns von einer Arztpraxis eine Anfrage erreicht, dann wird zunächst geklärt, ob es tatsächlich ein begründeter Verdachtsfall ist“, sagt Kreissprecher Jörg Klinge auf HNA-Anfrage. Konkret bedeutet dies: Hat der Patient Fieber und Begleitsymptome? Dazu gehören unter anderem Schüttelfrost, Gliederschmerzen, Durchfall oder Erbrechen, das im späteren Stadium durch innere Blutungen ergänzt wird. Werden diese Symptome diagnostiziert, sei abzufragen, ob der Patient innerhalb der vergangenen 21 Tage in einem der Ebola-Gebiete war. Hatte er dort direkten ungeschützten Kontakt mit Ebola-Erkrankten oder Verstorbenen, Kontakt zu infizierten Affen oder Flughunden oder beruflich mit den Viren zu tun, ist tatsächlich von einem Ebola-Fall auszugehen.

Sämtliche Krankenhäuser habe man ebenso wie den Rettungsdienst über das Gesundheitsamt informiert, sagt Klinge. Niedergelassene Ärzte bekämen Informationen zu Symptomen und Vorgehensweise über die Kassenärztliche Vereinigung. Aktuelle Informationen liefere auch das Robert-Koch-Institut.

„Wenn mehrere Kriterien erfüllt sind, wird der Patient in einem Bereich des Klinikums, welcher für Krankheitsfälle dieser Art vorgesehen ist, isoliert. Dieser Isolierbereich darf nur von autorisierten Mitarbeitern des Klinikums betreten werden“, teilt Anna Dorothee Neusüß, Pressesprecherin des Klinikums Werra-Meißner, mit.

Für die Verantwortlichen in den Landkreisen gab es vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration Informationsveranstaltungen, um auf einen Verdachtsfall vorbereitet zu sein, so Klinge.

Hintergrund: So kommt der Patient nach Frankfurt

Wenn ein Patient im Klinikum Werra-Meißner in Witzenhausen oder Eschwege isoliert wird, müssen laut Pressesprecherin Anna Dorothee Neusüß die Schutzmaßnahmen eingehalten werden, die das Robert-Koch-Institut aufgestellt hat.

In Absprache mit dem Kompetenz- und Behandlungszentrum des Landes sowie mit dem Gesundheitsamt werde der Patient schnellstmöglich auf die Sonderisolierstation der Universitätsklinik in Frankfurt am Main verlegt. Dort werde der Patient weiterbehandelt.

Bundesweit gibt es sieben Sonderisolierstationen, die Ebola-Patienten aufnehmen. Die größte Station ist mit 20 Betten in Berlin.

Von Konstantin Mennecke

Kommentare